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hohen Strümpfe und die langen Stiefel!“— Bald ſind alle dieſe Sachen um ihn verſammelt und er ſieht ſich veranlaßt, dem Bedienten einen kleinen Wiſcher zu ertheilen. Die Motten haben in den Aermel des Rocks ein Loch gefreſſen und in der Hoſe einen Theil verletzt, den man gern in gutem Zuſtande beſitzt. Dieſer Wiſcher wird bedeutend verſtärkt, da die Stiefeln, trotz der häufigen Ermahnungen, ſie fleißig einzuſchmieren, vor Dürre ordentlich klappern. Im Grunde tröſtet ſich der Jagdliebhaber damit, daß es nicht viel zu ſagen hat, wenn auch an den Kleidungsſtücken etwas fehlt, wenn nur die Waffe in gutem Zu⸗ ſtande iſt.
Dieſe ſteht, ſorgfältig in ein grünes wollenes Futteral geſteckt, in einer Ecke des Zimmers und wird nun hervorgeholt und feierlich ent⸗ hüllt. Doch wer malt den Schrecken des Jagdliebhabers, als er bemerkt, daß das Gewehr in⸗ und auswendig mit einer förmlichen Kruſte von Roſt bedeckt iſt, und als er ſieht, daß die Batterie von verbranntem Pulver ſtarrt!—„Gerechter Gott! wer hat das gethan? Wie iſt das möglich?“ Er weiß zu gewiß, daß er das Gewehr ſelbſt in's Futteral geſteckt, rein und blank, nachdem er es ſorgfältig mit Mandelöl einge⸗ rieben. Ein ſchweres Gewitter ſteigt über dem Haupt des Bedienten empor, der troſtlos daſteht und ſich nach den erſten Worten als Thäter bekennt. Er hat das Gewehr mit zu einer Herbſtfeier genommen, und nachdem er an einem ſchönen Nachmittage zwei Pfund Pulver daraus verknallt, hat er's ungeputzt in's Futteral geſteckt und das Putzen ver⸗
geſſen. Glücklicherweiſe iſt der ſehr biegſame und ſchmiegſame Ladſtock
nicht eingeroſtet und Herr und Diener beſchäftigen ſich ſofort mit einer ſehr eindringlichen, aber unangenehmen Herbſtnachfeier.— Was iſt zu thun? Das Gewehr muß geputzt ſein, und da es unterdeſſen eilf Uhr Abends geworden iſt, ſo muß man ſich ſelbſt damit beſchäftigen. Die Waffe wird auseinander geſchraubt, und nach zweiſtündiger mühſamer Arbeit tritt der feſte Grund des Rohrs überall wieder zu Tage; die Bat⸗ terie iſt ſauber und blank, und während dem hat der Bediente Rock und Hoſe etwas geflickt und die Stiefeln mit Oel und Talglicht gehörig bedient.
Als endlich Alles in Ordnung iſt, ſchlägt es zwei Uhr, und da der Poſtwagen nach dem Orte des Rendezvous um halb drei abfährt, ſo iſt keine Zeit mehr zu verlieren. Der Jagdliebhaber, ohne zu Bette gekommen zu ſein, wirft ſich gedaldig in die Jagdkleider, hängt Pulver⸗ horn, Schrotbeutel und Zündhütchenuhr um, nimmt den Muff, ſetzt
den Jagdhut mit der Spielhahnfeder auf und wickelt ſich in den Mantel.
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