Teil eines Werkes 
2. Bd. (1857)
Entstehung
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Ein freundſchaftliches Souper.

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mengeführt werden können. Und doch ſind Sie mir nicht ganz fremd. Ich erinnere mich, Sie ſchon irgendwo ge⸗ ſehen zu haben; vielleicht iſt es Ihnen mit mir gerade ſo

ergangen. Kann mich wahrhaftig nicht erinnern, entgegnete Herr Krimpf mit der größten Unbefangenheit.Ich muß wirklich nie das Glück gehabt haben, den Herrn ver⸗ zeihen Sie mir, aber ich habe nicht die Ehre, Ihren Na⸗ men zu kennen. Thut nichts zur Sache. Indeſſen heiße ich Müller, Kaufmann Müller; Reiſender, bin ziemlich fremd hier 4 in der Stadt. Richtig, dachte der kleine Mann, der 1 will mich aus irgend einem Grunde einſeifen. Darf ich nun auch meinerſeits wiſſen, mit wem ich das Vergnügen habe? fragte Herr von Fernow nach einer Pauſe.

Iſt eigentlich nicht der Mühe werth, Herr Müller; aber wenn Sie mir erlauben, ſo heiße ich Franz Joſeph Maier, ein unbedeutender Lithograph! Der Major kniff die Lippen zuſammen.Krimpf verheimlicht ſeinen Namen, ſprach er zu ſich ſelbſt.Habe faſt gar keine

Bekanntſchaften, fuhr der Andere fort,komme wenig aus dem Hauſe. Hätte ich aber jemals das Glück gehabt, 3 Herrn Müller zu ſehen, ſo würde ich einen verzeihen 1 Sie mir in der That ſo intereſſanten Kopf ſchon als 14 Künſtler nie vergeſſen haben.