Teil eines Werkes 
2. Bd. (1857)
Entstehung
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Ein freundſchaftliches Souper.

Nochmals herzlichen Dank, ſagte er alsdann und eilte ſo ſchnell er konnte, in das Haus hinein.

Wir können nicht verſchweigen, daß Herr Krimpf in dieſem Augenblick ſeufzend an ſeine Taſche griff und mit bewegten Lippen die Herrlichkeiten überſchaute, die hier vor ihm aufgeſtapelt lagen. Er war in der That nicht mit Geld verſehen, hatte auf den Lakaien gehofft, und dann die Ab⸗ ſicht gehabt, hier in der ihm wohlbekannten Reſtauration ein gutes Souper zu machen.

Der Teufel hole alle dieſe Commiſſionen! brummte er vor ſich hin.Hätte ich nicht gedacht man wolle mich ordentlich belohnen, ſo wäre ich zu Frau Böhler gegangen und da hätte es mir an etwas Beſcheidenem zum Nacht⸗ eſſen nicht gefehlt.'S iſt doch ein wahres Sprichwort, daß ein Sperling in der Hand beſſer iſt, als eine Taube auf dem Dache.

Indem er dieſe Worte ſprach, zuckte er verdrießlich mit den Händen nach ſeinem Geſichte, ſo daß es von Wei⸗ tem ausſah, als übe er, beim Anblick der Delicateſſen in dem Laden die Bewegung von Meſſer und Gabel. Jetzt wollte er ſich mit einem letzten Blick auf den prächtigen Schinken entfernen und hatte ſich ſchon halb abgewandt, da bemerkte er etwas Glänzendes auf der Fenſterbank, griff hin und hielt den kleinen Spazierſtock empor, den der Fremde

doorthin gelegt.

Nun war Herr Krimpf in gewiſſer Beziehung ein