Teil eines Werkes 
1. Bd. (1857)
Entstehung
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232 3 Elftes Kapitel.

abends ins Gedächtniß, wo man nach der Tafel in den Gärten von Eſchenburg promenirte, und er ganz zufällig an der Seite des Fräuleins von Ripperda einen kleinen Leuchtkäfer erblickte, den Beide zu gleicher Zeit aus dem Graſe aufheben wollten, wobei es denn kam, daß Helenens kühles duftiges Haar ſeine heiße Wange ſtreifte, und das iſt eine der gefährlichſten Berührungen, die es im Men⸗ ſchenleben gibt. Ihm war es, wie ein elektriſcher Funken ins Herz gefallen; es hatte ihn ſo eigenthümlich berührt, daß er nachher häufige, aber vergebliche Verſuche machte, wieder zu einer ähnlichen Berührung zu kommen. Leider fanden ſich nicht ſo bald wieder Leuchtkäfer, und wenn er ſpäter einen ſah, ſo war das ſchöne Fräulein nicht in ſeiner Nähe.

War es die Aeußerung des jungen Mannes über die Leuchtkäfer oder die Gefälligkeit deſſelben, ihm Feuer zu geben, was den Major veranlaßte, dem Fremden eine Ci⸗ garre anzubieten, genug, er that es, und der Andere nahm ſie zögernd an. Dabei war er von ſeinem Sitze aufge⸗ ſtanden und hatte mit ſeinem Hut reſpectvoll gedankt.

Wenige Zeit darauf brannten beide CEigarren und Herr von Fernow, dem es nicht unerwünſcht war, ſeine mannigfaltigen Gedanken für den Augenblick verabſchieden zu können, und ein wenig über gleichgültige Dinge zu plau⸗

dern, ſetzte ſich auf die Brüſtung an die Seite ſeines neuen Bekannten.