Ein Diner und zwei Freunde. 225
„Sie ſollen ſich in mir nicht verrechnet haben,“ ant⸗ wortete Herr von Wenden entſchloſſen.„Sagen Sie der Prin- zeſſin in Gottes Namen, ich ſei ganz zu ihren Dienſten, und laſſen Sie mich wiſſen, was ich thun ſoll.“
Der Oberſtjägermeiſter ſchien freier aufzuathmen. Er reichte dem Andern die Hand und erwiderte:„Ich danke
Ihnen herzlich und werde Ihre Bereitwilligkeit beſtens an⸗ 4 zubringen wiſſen. Jetzt werden Sie aber vor allen Dingen 1 geſund, laſſen Sie ſich morgen bei der Prinzeſſin melden; ſie wird von unſerer Angelegenheit beginnen, und dann tragen 4 Sie mit ihrer ganzen Ueberredungskunſt dazu bei, daß ſie 1
uns endlich einmal eine vernünftige Antwort gibt, die wir dem Herzog mittheilen können.“ 8
„Daran ſoll's nicht fehlen. Sobald ich ausgehen kann,“ ſetzte er mit Beziehung hinzu,„und mich die Prinzeſſin annimmt, werde ich mein Mögliches thun.“
„Gott ſei Dank, ich ſehe endlich ein wenig Licht in dieſer Finſterniß,“ ſagte der Oberſtjägermeiſter nach einem tiefen Athemzuge.„Seien Sie zufrieden, daß Sie jetzt ruhig in Ihrer Wohnung bleiben können. Ich habe noch eine Verhandlung mit dem Herzoge und fürchte, ich be⸗ komme pikante Redensarten zu hören. Alſo auf Wieder⸗ ſehen morgen,“— er reichte ihm die Hand,„zu Schutz und Trutz!“*
„Und auf gutes Gelingen,“ antwortete Herr von Wen⸗ den, und darauf trennten ſie ſich.
Hackländer. Der Augenblick des Glücks. 1 15


