Teil eines Werkes 
1. Bd. (1857)
Entstehung
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beginnt langweilig.

einem tiefen Seufzer.Du biſt ein umſichtiger Menſch, dn

wirſt es weit bringen. Nun, eins mußt du mir verſpre⸗ chen: wenn du einmal Miniſter des Hauſes biſt, ſo laß mir irgend einen lumpigen Orden zukommen; denn wenn ich keinen Freund habe, der ſich meiner ſpeciell annimmt, ſo komme ich doch nicht⸗ zu einer Auszeichnung. Ich habe eben kein Glück.

Der Kammerherr lächelte ſtill in ſich hinein, ſtreichelte ſanft ſeine Naſe und blies alsdann ein Stäubchen fort, das ſich auf der Goldſtickerei ſeines Aermelaufſchlages angeſetzt hatte. Darauf ſagte er:

Kein Glück haben, das iſt ſo eine Redensart, die man hundertfältig und meiſtens mit großem Unrecht ausſpricht.

Nun, du willſt doch nicht ſagen, daß ich vom Glück begünſtigt bin, ich, Fernow, deſſen Vater vor wenigen Jahren noch allmächtiger Miniſter an dieſem Hofe war?

Fernow, fuhr der Kammerherr kopfnickend fort,

ein Cavalier in der ſchönen Bedeutung des Wortes, jung liebenswürdig ohne dir Komplimente machen zu wollen, ſetzte er lächelnd mit einem Seitenblick hinzu;denn du kannſt auch unausſtehlich ſein. Dabei ein tüchtiger Offizier.

Meinetwegen alles das! rief der Andere unge⸗

duldig dazwiſchen;der jetzt ſchon eine halbe Ewigkeit dient

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und es kaum zum Ordonnanzoffizier gebrach hat,