Teil eines Werkes 
55. Bd. (1873) Werke
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Ich werde nicht mit Dir, Du Süße, rechten! 287

eben ſo in Erſtaunen ſetzen würden, als das, was bis jetzt ſchon geleiſtet worden ſei finden Sie das nicht, als Nachſatz zum gan⸗ zen Artikel, aller Bosheit die Krone aufgeſetzt?

Darf ich vielleicht Eure Königliche Hoheit bitten, mir ein einziges dieſer Blätter zu erlauben?

Gleich, gleich hören Sie aber vorher noch einiges Lobens⸗ werthe über ſich ſelbſt.

Iſt mir auch ſchon bekannt, ſagte der junge Maler lächelnd.

Von der Verſchwendung, mit welcher Sie, ein Ausländer, mit meinen Geldern umgehen, von unſeren neuen Einrichtungen und Bauten aus dem Marke des Landes doch laſſen wir das; ich bin zu gutmüthig und es liegt nicht in meiner Abſicht, Ihnen mit ſolchen Erdichtungen eine Kränkung zuzufügen.

Eure Königliche Hoheit, erwiederte Rodenberg in ſehr ernſtem Tone,ſind dazu allerdings zu gutmüthig und zu gerecht, denn Sie wiſſen am beſten, ob das, was ich auf Ihren Befehl geſchaffen, eine Geldverſchwendung war, und Eure Königliche Hoheit ſo wie alle verſtändigen Menſchen haben es nie verkannt, daß der Zweck dieſer Schöpfungen ein großartiger und edler war, daß Sie dadurch Kunſt und Induſtrie gehoben, dem Grunde und Boden größeren Werth verliehen und daß ein großer Theil dieſer Schöpfungen nicht nur zu den geſchmackvollſten, ſondern auch zu den wohlthätigſten gezählt zu werden verdient!

Das will ich gewiß nicht läugnen, doch bin ich ganz von meinem Wege abgekommen; es fiel mir nicht ein, Ihnen darüber Vorwürfe zu machen, wogegen ich Ihnen Angeſichts dieſer Blätter nicht verhehlen darf, daß Sie mir Leute empfohlen, die mit dem Urheber dieſer Schändlichkeiten in ſo innigem Zuſammenhange ſtehen.

Von welchen Leuten reden Eure Königliche Hoheit?

Nun, unter Anderen von Ihrem Decorationsmaler Schlegel einem genauen Freunde des ſaubern Redacteurs dieſer ſaubern Blätter.

Ob Schlegel ein genauer Freund deſſelben iſt, kann ich mit Beſtimmtheit nicht ſagen, möchte es aber entſchieden verneinen