Ich werde nicht mit Dir, Du Süße, rechten! 285
dem ihre Wuth auszulaſſen, den ſie für fähig halten, ihren unſaubern Pelz auszuklopfen, mit Artikeln wirken wollen, die, wie ich mich jetzt genau erinnere, vor ein paar Tagen erſchienen ſind, ſo—— doch ich danke Ihnen ſehr für Ihre Nachricht, lieber Herr Mathieu, und will gerüſtet mit derſelben und mit dieſem Blatte vor Seine König⸗ liche Hoheit treten— da ſind wir,— melden Sie mich an!“
Einen Augenblick darauf ſtand Rodenberg in dem kleinen Ar⸗ beitszimmer des Fürſten; dieſer ſelbſt war aber noch nicht anweſend, woraus er den richtigen Schluß zog, daß allerdings ein kleines Wet⸗ ter im Anzuge war, denn in ſolchen Fällen liebte es der junge Herrſcher, etwas haſtig einzutreten, mit dem erſten Worte die frag⸗ liche Angelegenheit zu berühren, ohne aber den Betreffenden dabei anzuſehen, vielmehr betrachtete er in ſolchen Augenblicken die Bäume vor dem Fenſter oder die Wolken am Himmel, welche alsdann trotz ihrer nachweisbaren Unſchuld manches raſch geſprochene und harte Wort auf ſich beziehen konnten.
„Ah, da ſind Sie, Herr Rodenberg— ich habe Sie zu ſo ungewöhnlicher Zeit rufen laſſen, da mir elwas ganz Ungewöhn⸗ liches paſſirt iſt— ich mache mir perſönlich nichts daraus, wenn man mich angreift, wenn man direct oder indirect mit meinen Feinden in Verbindung tritt— ich mache mir wirklich nichts daraus, denn ich bin von meinem inneren Werthe überzeugt— vollkommen überzeugt, trotz boshaften Schreibern, die nie im Stande ſein wer⸗ den, meine Größe anzuerkennen— nie— niel“
Da Seine Königliche Hoheit hier eine Pauſe machte und dem jungen Manne, der aufrecht vor ihm ſtand und ihn mit einem verwunder⸗ ten Blicke anſchaute, jetzt in's Geſicht blickte, ſo war für dieſen die Zeit gekommen, zu ſagen:„Ich begreife Eure Königliche Hoheit nicht vollkommen— Eure Königliche Hoheit ſprachen von Schreibern, doch weiß ich das mit mir nicht in Verbindung zu bringen.“
„Nicht direct, aber indirect— kennen Sie nicht ein Blatt, welches die Biene heißt?“ „O ja, ich kenne es!“


