Teil eines Werkes 
55. Bd. (1873) Werke
Entstehung
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12 Dreiunddreißigſtes Kapitel.

Die ſchöne Stellvertreterin der gaſtlichen Hauswirthin hatte ſämmtliche Freunde zu einem Souper eingeladen, und hier wurden ihr auch nicht nur van der Maaßen und Knorx vorgeſtellt, ſondern auch Bergmüller, deſſen Emancipation ſich ſogar bis zur Verwirk⸗ lichung der kühnen Idee, den Maskenzug mitzumachen, ausgedehnt hatte. Er war es geweſen, welcher am Domhofe die Depeſche des wilden Jägers überbracht.

Juanita war entzückt, ſowohl über die Zuſammenſtellung des Zuges, als über die Coſtumirung der Einzelnen.

Worin wir für Montag dadurch eine Steigerung hervor⸗ bringen, ſagte Rodenberg,daß die wilde Jagd alsdann ihren finſtern, nächtlichen Charakter verlieren und erſcheinen muß, als habe der Wild⸗ und Rheingraf ſo eben ins Horn geſtoßen und zöge mit den Geſellen zur luſtigen Jagd wir bringen dieſe Wirkung hervor durch kleine Aenderungen in den Trachten, durch Laubzweige auf den Hüten der Jäger, durch Hörnerklang und luſtiges Bellen der Rüden. 3

Vor allen Dingen aber muß der Tod ſeinen fürchterlichen Charakter von heute Abend mäßigen, bemerkte van der Maaßen, denn auf mot d'honneur, es wurde mir ein paar Mal ſelbſt gruſelig neben ihm!

Was man thut, ſoll man recht thun, verſetzte der lange Bildhauer mit ſeiner dumpfen Stimmeich glaube, daß ich als nächtlicher Tod, als ſchleichender Würger meine Rolle nicht ganz ſchlecht geſpielt habe!

Vortrefflich, rief Juanita,obgleich mich bei Ihrem Anblicke ein eigenthümliches Grauen überfiel! Ich glaube, es ging allen Zu⸗ ſchauern ſo nicht wahr, Herr Walter?

Gewiß, mein gnädiges Fräulein, antwortete der alte Maler, indem er ſich bemühte, ſeinem ruhigen Tone einen Anſtrich von Freundlichkeit zu geben, denn er war entzückt von der Güte und der Liebenswürdigkeit der ſchönen jungen Dameich ſchaute zu,

im dickſten Haufen ſtehend, und der unheimliche Geſelle übte auf