280 Zweiunddreißigſtes Kapitel.
es ja ärger, als mein guter Don Joſe, der am Ende ebenfalls nachgeben mußte!“
„Ja, mußte!— das iſt das richtige Wort,“ ſagte der alte Herr.
„Und der, wie ich ſchon vorhin ſagte, Alles aufs wunderbarſte arrangirt hat— nicht wahr, Don Joſe, Du biſt ſo liebenswürdig und verdirbſt mir meine Freude nicht— wogegen ich Dir aber erlaube, den Herren alles Nöthige mitzutheilen, und jetzt kein Wort mehr davon, denn ich ſelber will ein klein wenig überraſcht werden!“
Sie ſang ein paar luſtige, heitere Töne in die Luft hinaus und war gerade im Begriffe, ihrem Rothſchimmel die Zügel ſchießen zu laſſen, als ſie glücklicher Weiſe noch zu rechter Zeit an Rüding dachte und ſich deßhalb mit Bewilligung deſſelben nur einen ganz kurzen Galopp erlaubte, dem die anderen Pferde in einem mäßigen Trabe folgen konnten.
So gelangten ſie glücklicher Weiſe um das Glacis herum an den Bayenthurm zurück. Dann ging's wieder im Schritte bis an das Rheinthor, und hier hatte Rüding ſo viel Vertrauen in ſeine Reitkunſt gewonnen, daß er ſeinen Nachbar um einen gelinden Hieb mit der Reitpeitſche auf die Croupe des Schimmels erſuchte und ſo in einem wirklichen Galopp die Hausthür erreichte, wo er ſich alsdann aber bei der plötzlichen Parade des Pferdes in einer unbegreiflichen, einiger Maßen verdächtigen Schnelligkeit aus dem Sattel ſchwang.
Doch hatte er ſeinen Zweck glänzend erreicht. Aus den Fenſtern ihrer Wohnung ſchauten Walter, van der Maaßen und Bergmüller — und der kühne Reiter war nicht nur glänzend angaloppirt, ſondern er ſtand auch aufrecht neben ſeinem Pferde und warf ſeine Zügel mit einer eleganten Leichtigkeit dem Stallknechte zu; ja, er klopfte dem Schimmel auf den Hals und hatte die Genugthuung, zu hören, wie Walter ſagte:„Ich hätte es in meinem Leben nicht geglaubt, daß der ſanfte Eduard im Sattel nach Hauſe zurückkehre!“ worauf van der Maaßen herabrief:„Bravo, mon ami, tu es un immense monteur de cheval!“
eens
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