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Wir ſitzen ſo fröhlich beiſammen! 39
die deutſche Kunſt iſt todt, und wenn wir nicht ſo feige wären, ließen wir uns mit ihr begraben!“
„Du biſt eigentlich ein übermüthiger Kerl,“ gab ihm Roden⸗ berg nach einer Pauſe zur Antwort,„und treibſt die Malerei wie ein großer Herr, jetzt, wo das Licht nimmer ausreicht; um Dein Bild fertig zu machen, ſtellſt Du es bei Seite und läſſeſt Dich herab, für ſehr viel Geld, das man Dir bezahlt, ein Aquarell zu malen— he, Rafael,“ rief er, indem er das Geſicht der Thür zu⸗ wandie—;„für das, was man Dir bietet,“ fuhr er alsdann fort,„hätte ich ebenfalls mit großem Vergnügen ein paar wäſſerige Wolken gemalt mit der heiligen Cäcilie, nach himmliſchen Tönen lauſchend.“
„Verſucht würdeſt Du es allerdings haben, hätteſt Dich aber dabei erbärmlich blamirt— es iſt ein großer Unterſchied, das ge⸗ duldige Papier mit einem langweiligen Bleiſtifte zu mißhandeln, oder ein kleines Bild in Waſſerfarben mit Kraft und Tiefe aus⸗ zuführen, und ich hoffe, es ſoll mir gelingen,“ ſetzte er mit Stolz hinzu, indem er mit einer leichten Neigung des Kopfes ſeine Arbeit von der Seite betrachtete.
„Und zu welchem Zwecke wurde das Aquarell bei Dir beſtellt?“
„Es gibt ein Titelblatt zu einem Album— weißt Du, ‚der dankbare Liederkranz ſeinem hochverehrten Capellmeiſter’, oder der⸗ gleichen— eine Weihnachtsgabe.“
„Ah, jetzt verſtehe ich erſt die lauſchende Cäcilie, die Aermſte möchte gern einmal einen guten Geſang hören— es wäre famos, Walter, wenn Du irgend einen Zug von Melancholie in ihr Ge⸗ ſicht legen könnteſt!“
„Ich bekomme dafür acht Louisd'ors— gut zu gebrauchen beim Jahreswechſel,“ ſetzte er mit einem leichten Seufzer hinzu— „nicht wahr, das iſt nicht ſchlecht bezahlt? Sonſt hätte ich mich auch dafür bedankt.“
Rodenberg pfiff leiſe vor ſich hin, und da auch Walter, außer
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