Teil eines Werkes 
53. Bd. (1873) Werke
Entstehung
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2⁵5² Zweiundzwanzigſtes Kapitel.

Bei ihm wohl, aber Frau Schwiegermutter o weh, o weh!

Wann heiratheſt Du denn eigentlich?

Gleich nach Neujahr!

Schade, Du hätteſt wohl warten können bis nach Carneval, da hätten wir Dich beſucht, ſagte van der Maaßen.

O, was das anbelangt, gab Bergmüller in einem keck ſein ſollenden Tone zur Antwort(doch klang derſelbe nicht ſo offen und friſch, als man es ſonſt an dem Sprecher gewohnt war),auch wenn ich verheirathet bin, ſoll mich nichts hindern, gute Freunde bei mir zu empfangen natürlich, wenn wir Platz haben!

Ah, wenn Ihr Platz habt!

Nun, verſucht's einmal!

Nimm Dich in Acht, Bergmüller, ſagte Knorx,es wäre mir in der That nicht lieb, wenn Du bei einer ähnlichen Veran⸗ laſſung eine traurige Figur ſpielteſt!

Pah ich?

Ich kenne das, fuhr der lange Bildhauer fort;man empfängt alsdann ſeine Freunde mit einer ſcheinbar herzlichen Ge⸗ müthlichkeit, wobei man aber verſtohlen und mit verlegener Miene nach dem Nebenzimmer blickt. ‚Freut es Dich, daß ich Dich end⸗ lich einmal beſucht, nachdem Du mich ſo oft eingeladen? ‚O, ungeheuer! ‚Werde ich Dich auch nicht geniren? Große Kunſt⸗ pauſe. Da erklingt aus dem Nebenzimmer eine Stimme, die in ſcharfem und unangenehmem Tone ſagt: ‚Wir würden uns ſehr freuen, wenn wir nur Platz hätten aber wir haben leider keinen Platz gewiß, keinen Platz!

Der ernſte Bildhauer hatte dieſe kleine Scene mit ſolcher Wahrheit unter abwechſelnden Stimmen geſprochen, daß Alle in ein lautes Gelächter ausbrachen, mit Ausnahme des Malers Strö⸗ bel, welcher ſagte:das iſt zu wahr, um darüber zu lachen, und Bergmüller's, welcher vor ſich niederblickte und ſeine ganz be⸗ ſonderen Gedanken zu haben ſchien.