Glück auf, mein Feldherr, führe den Streich! 37
hin die großen Weinfäſſer angeſtochen, die Proviantkörbe ausgepackt, kurz, Alles zu dem großen Freudenmahle hergerichtet worden, bei welcher Veranlaſſung ſich Bacchus und der nicht mehr trübſelige Pan, Freudenthränen vergießend, einander in die Arme ſtürzten.
Daß die Gefangenen ſogleich freigegeben und bei dem nun folgenden Verbrüderungsfeſte in das ſiegreiche Heer eingereiht wur⸗ den, verſteht ſich ganz von ſelbſt, und ſo war denn mit einem Male der eben noch ſo kriegeriſche Schauplatz der unerhörteſten Helden⸗ thaten in ein heiteres Gelage verwandelt.
Seine Hoheit der Prinz Maiwein hatte ſein Gezelt ebenfalls verlaſſen und ſich mit den fremden Gäſten, welche muthig am Kampfe Theil genommen, unter die Fröhlichen gemiſcht, wobei er jedoch mit dem Feldhauptmanne und dem ohne Rüſtung wieder zum Vor⸗ ſchein gekommenen Ritter Neidhart von Iſegrimm der Mittelpunkt des Ganzen blieb. Der Drache Griesgram, der leider kein Coſtume eines Troßknechtes auftreiben konnte, hatte ſich eilig ſeiner be⸗ zeichnendſten Embleme entledigt, wodurch die bei ſeinem Anblicke ſtets rege werdende Lachluſt gelegt und er wieder ein Menſch unter anderen Menſchen geworden war, obgleich er ſich noch ſehr verkannt vorkam— wie unter Larven die einzig fühlende Bruſt. Einen kleinen Troſt gewährten ihm die rieſigen Humpen und Krüge voll lieblichen Weines, welche unabläſſig aus den großen Fäſſern gefüllt wurden.
Wo war aber der eigentliche Sieger des letzten großen Kampfes geblieben? Mit dem Zuge der Gefangenen im Lager angelangt, hatte ihm Seine Hoheit ſelbſt einen ſchäumenden Pocal credenzt; dann begab ſich der wilde Jäger zu ſeinen Reitern und ſorgte da⸗ für, daß die Pferde im kühlen Schatten angebunden und nach der Anſtrengung des heutigen Morgens gehörig verpflegt wurden. Seinem Rappen widmete er dabei die größte Sorgfalt und gab einem der Huſaren, die bei ihm waren, die beſtimmteſten Befehle, dafür Sorge zu tragen, daß der Rückzug Abends zur Stadt in


