Teil eines Werkes 
53. Bd. (1873) Werke
Entstehung
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Was blaſen die Trompeten? Huſaren, heraus! 25

es dem herankommenden Reiter ſeine Aermchen entgegenſtreckte, wobei ſich ſein ſonſt ſo bleiches Geſicht lebhaft röthete.

Roderich grüßte die Dame im Wagen, eine Bekannte des Hauſes, ehrfurchtsvoll, dann trieb er ſein Pferd ſo nahe an den Wagen hin, daß das kleine Mädchen mit ſeinen Händchen ihn um den Hals faſſen konnte, worauf er es ſanft emporhob, zu ſich auf den Sattelknopf ſetzte und ihm einen herzlichen Kuß auf die Lippen drückte.

„Haſt Du ſchon Vieles geſehen, mein Kind?“.

„O ja, Papa, all' die ſchönen Reiter und Soldaten mit ihren bunten Federn und langen Lanzen, auch den Mohren, die Indianer und Herrn Rodenbergs wilde Jagd; dabei war der Tod und der Teufel.“

„Haſt Du Dich gefürchtet?“

„Beinahe, aber doch nicht, ſie ſind ja nur verkleidet.“

„Nun mußt Du recht Achtung geben; jetzt werden die Sol⸗ daten die Burg ſtürmen. Haſt Du Angſt, wenn ſie ſchießen?“

„Ich werde mir die Ohren zuhalien.“

„Ein gutes Mittel im Kampfe,“ ſagte Roderich lächelnd. „Jetzt will ich Dich wieder in den Wagen heben und hoffe, daß Du recht lieb und und artig biſt, auch der Mama Alles erzählſt, ſobald Du nach Hauſe kommſt.“

„Kommſt Du auch bald nach Hauſe?“

„Wohl nicht vor Abend, Kind,“ erwiederte Roderich, wobei ein Schatten über ſeine Züge flog. Dann hob er das Mädchen noch⸗ mals in ſeinen Armen empor und drückte ihr feines Geſicht an ſeinen vollen Bart, ehe er ſie wieder in den Wagen ſetzte.— „Adieu, mein Herz!“

„Adieu, Papa!“„

Er grüßte nochmals die ältere Dame, die ihm freundlich zunickte, und galoppirte nach dem Hoflager zurück, wo Seine Hoheit

Hackländer's Werke. 53. Bd.