Teil eines Werkes 
53. Bd. (1873) Werke
Entstehung
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24 Zwölftes Kapitel.

fortfuhr:„Wir ertheilen Euch dieſe Decoration nicht nur für Eure uns bis jetzt gänzlich unbekannt gebliebenen Verdienſte, ſondern mit der kleinen Nebenabſicht, daß, wenn wir uns ſpäter in dem Falle befänden, junge, harmloſe Ofſiziere und ehrbedürftige Hofbeamte bei großen Staatsactionen, als da ſind: Thronbeſteigung, Hochzeit und Allerhöchſte Kindtaufe, an den Hof unſeres Vetters und Liebden, des Prinzen Heinrich, zu ſenden, es dieſem ebenfalls gefallen möge, die Bruſt unſerer jungen, harmloſen Offiziere und ehrbedürftigen Hofbeamten mit Orden und Bändern zu ſchmücken.“

„Wie das der Gebrauch iſt bei allen civiliſirten Nationen und zur Vervollſtändigung der Toilette dient,“ ſetzte der Oberhofmeiſter des Prinzen Maiwein hinzu, indem er ſeine Backen aufblies und ſo ſeinem etwas faden Geſichte ein Anſehen gab.

„Allerdings, ſo ſei es.— Wir bleiben Euch in Gnaden ge⸗ wogen und befehlen unſeren gehorſamen Waldteufeln, Euch an die Gränze unſeres Reiches zu bringen und ſpäter mit Eurer tapfern Schaar hieher zu geleiten.

Der Reiter, gerührt und überraſcht von ſo viel Glück, ſtam⸗ melte etwas von unverhoſfter Gnade, ſowie von einem wahren Trichinenglücke und verließ hierauf die prinzliche Hofhaltung.

Der Feldhauptmann Roderich hatte die lebhafte Aufmerkſam⸗ keit, mit der Hof und Volk dieſen großartigen Act der Ordens⸗ vertheilung anſtaunten, dazu benutzt, ſich unbemerkt dem Allerhöchſten Kreiſe zu entziehen und ſich auf ſein Pferd zu ſchwingen, worauf er gegen den Fahrweg galoppirte, den Wagen der Zuſchauer zu, die ſich dort aufgeſtellt hatten. Bald hatte ſein ſcharfer Blick in einem derſelben gefunden, was er ſuchte, und auch er war im gleichen Augenblicke geſehen worden.

„O, mein Papa, mein Papa!“ rief jubelnd eine helle Kinder⸗ ſtimme, und eine ältliche Dame, auf deren Schooß das kleine Mädehen ſaß, konnte es kaum zurückhalten, ſich aus dem Wagen zu ſtürzen.—„O, mein Papa, mein Papa!“ wiederholte es, während