X. „Der Wild⸗ und Rheingraf ſtieß ins Horn.“
Der Künſtlerverein hielt während der Frühlings⸗ und Som⸗ mermonate in einem ſchönen Garten, unmittelbar vor der Stadt gelegen, ſeine Zuſammenkünfte. Es war ein ziemlich ausgedehntes Terrain, durch Kunſt und Natur mit allem verſehen, was ſich ein poetiſches Gemüth nur wünſchen kann. Da waren uralte Bäume, welche, dichten Schatten ſpendend, auf weiten, grünen Raſenplätzen ſtanden oder, zu Baumgruppen an einander gereiht, nach heimlichen, verſteckten Plätzen führten, wo ein alter Trinktiſch und bemooste Bänke ein paar ſtille Zecher freundlich willkommen hießen, die es in einer lauen Sommernacht vorzogen, anſtatt in dem heißen, lärmerfüllten, großen Verſammlungsſaale, hier bei Sternengeflim⸗ mer oder
„bei des Mondes Silberſchein“
ihren kühlen Wein zu trinken.
Da gab es förmliche Waldpartieen mit künſtlich verſchlungenen Wegen, vermittels welcher der Spaziergänger an die Ufer eines klaren Baches geführt wurde, der unter Brücken aller Art hinweg mit herrlichem, eiskaltem Waſſer die heiße Sommerluft kühlte.


