Du ſiehſt michen und kennſt mich nicht. 257
war nach verſchiedenen vergeſſenen oder wieder abhanden gekom⸗ menen Gegenſtänden, als: Hetzpeitſchen, Stulphandſchuhen, Cupido's Köcher, des Teufels Reitgerte, die mit einem Horn verziert war, und ähnlichen nützlichen und angenehmen Dingen mehr, ging es die Treppen hinab, um hier ſo wie im Thorwege drunten zwei Reihen Neugieriger zu paſſiren, ſämmtlich Bewohner des Hauſes, Ladendiener, Knechte und Mägde, wobei es für Alle wohlthuend war, Ausrufe der Freude und Bewunderung zu hören, ſowie von Seiten der weiblichen Zuſchauer des Abſcheues und Entſetzens beim Anblicke von Tod und Teufel.
Vor dem Hauſe hielten Rodenberg's Pferde und ein Theil ſeiner Begleiter, kräftige Jägergeſtalten zu Pferde und zu Fuß, Jagdſpieße und Hirſchfänger in den Händen; Andere mit den weit gewundenen Waldhörnern um Bruſt und Schulter, wieder Andere, in feſter Hand die zahlreiche Meute unruhiger Hunde haltend, die ſich ſo luſtig und toll anſtellten, als ginge es zu einer wirklichen Jagd. Arthur's Rappe war kaum zu halten, was übrigens der kühne Reiter mit Vergnügen ſah, indem er ruhig die Reihe des Zuges anordnete und zuſah, wie Tod und Teufel beritten gemacht wurden. 3 1 Beide hatten nicht zu viel verſprochen, als ſie vorhin ver⸗ ſicherten, die Wahl ihrer Pferde ſei eine vorzügliche; der Teufel beſtieg ein ſchweres und ſehr ſanftes Brauerpferd von ſchwarzer Farbe, mit Eiſenketten gezäumt, während der Gaul des Todes ein hochbeiniger Falbe war, an dem man jeden Knochen ſehen konnte.
Als nun Alles in Ordnung war, ſchwang ſich Rodenberg auf ſeinen Rappen, der, obgleich von des Reiters gewandter Hand ſo⸗ gleich gebändigt, eine ſtarke Pferdelänge vorwärts ſchoß, wobei es ein kleines Unglück gab, denn wahrſcheinlich von der heftigen Be⸗ wegung löste ſich ein Ring, der das Hüfthorn mit ſeinem Leder⸗ riemen verband, und es fiel zu Boden. 3


