Teil eines Werkes 
52. Bd. (1873) Werke
Entstehung
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Bekränzt mit Laub den lieben, vollen Becher. 23

Nun, was ſagſt Du zu meinem violetten Sammtmantel? wandte ſich der Herr des Ateliers, der Maler Roderich Olfers, an den Mann mit dem ſpitzen, braunen Hute, während er etwas zurück⸗ trat und ſein Bild überſchaute.Du mußt zugeben, Walter, daß die ſanften Töne des Violetts das grelle Unterkleid wohlthätig dämpfen.

Allerdings, erwiederte der Gefragte, nachdem er ziemlich lange auf die Antwort hatte warten laſſen, in einem knurrenden Tone;hätteſt Du aber das Unterkleid minder grell gemacht, ſo wäre es doch noch beſſer geweſen. Kann man eine ſchönere Zu⸗ ſammenſtimmung finden, als das anmuthige Grau des Kleides, welches Donna Conchitta trägt, mit Deinem violetten Sammt⸗ mantel? Ich werde mir dieſe Zuſammenſtellung merken und hätte große Luſt, ſie bei meiner heiligen Cäcilie anzuwenden. Was meinen Sie, Lytton?

Dieſe Frage galt dem jungen Manne mit der Sammtblouſe, der aufſchauend ſagte:Es iſt ja bekannt, welch feinen Sinn Donna Conchitta für Farben hat; ich wünſchte nur, ſie würde darin meine Lehrmeiſterin. Er ſagte dieß mit einem faſt ſchwärmeriſchen Tone, während er mit der feinen Hand träumeriſch durch den blonden Schnurrbart ſtrich. 3

Es iſt dies nicht mein Verdienſt, entgegnete das junge Mäd⸗ chen in gutem Deutſch, das ſie aber, da ſie eine Spanierin war, mit einem etwas fremd klingenden Accente ausſprach;es hätte ja den Augen des Meiſters weh thun müſſen, wenn ich in einem hell⸗ farbigen Kleide gekommen wäre..

Siehſt Du, auch Conchitta gibt mir Recht, wenn ich Dein grelles Unterkleid verwerfe, meinte der ältere Mann mit dem grauen Barte. 4 2

Verzeihen Sie, Herr Walter, nicht ſo ganz, verſetzte das junge Mädchen beſcheiden;für eine Fürſtin, die der Meiſter malt, paßt zu violett wohl ein helles, mit reicher Stickerei beſetztes Unter⸗