260 Reiſeluſt.
Da beugte ſich der überglückliche und hochſelige Oberreviſor im höchſten Entzücken über dieſe unverhoffte Aufnahme tief hinab, als wolle er den Saum vom Kleide des heiligen Petrus küſſen, hatte aber dabei keine Acht, daß die etwas abſchüſſige Stelle, auf der er ſtand, ſehr ſchlüpfrig war vom himmliſchen Thau; deßhalb glitt er aus und fiel, ohne ſich halten zu können, ſo mit aller Kraft auf den Boden nieder, daß ihm im wahren Sinne des Wortes Hören und Sehen verging.
um ſich her, weil er nichts mehr erblickte von der Himmelspforte, noch von dem Pfade nach Rechts, den er eben im Begriff geweſen war zu wandeln—— auch lag er nicht mehr zu den Füßen des heiligen Petrus, ſondern auf dem Boden vor ſeinem Bette im Wirthshauſe zur Eichenruhe. Es war heller Tag, und nachdem Herr Schmauder ſich emporgerafft, raſch an's Fenſter getreten war und in die lachende, ſonnbeglänzte Gegend hinausgeſchaut hatte, faltete er dankend ſeine Hände und es überkam ihn das Gefühl, ſo ſchön es da droben auch wohl geweſen wäre, ſo ſeien die irdiſchen Freuden doch auch nicht zu verachten, namentlich hier auf der Bergeshöhe, in der ſtillen, behaglichen Einſamkeit, entfernt von all' dem lärmenden, unnöthigen Getreibe der Menſchen.
Und da er ſich während der acht Tage, die er hier oben zu⸗ brachte, in allen ſeinen Erwartungen nicht getäuſcht fühlte, ſo trat er endlich, an Geiſt und Körper erfriſcht und geſtärkt, ſeinen Rück⸗ weg an, wobei er ſich aber vorſichtigerweiſe nur der Güterzüge be⸗ diente aus Furcht vor einem abermaligem Zuſammentreffen mit Tur⸗ nern, Bienenzüchtern, Grenzregulirungs⸗Bevollmächtigen, Sängern, Schützen, Flößern und Theologen.


