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Reiſeluſt.
weit aufſchloß und die kleine, dürftige Geſtalt, nachdem er ſie freundlich auf beide Backen gepätſchelt, eintreten ließ, wobei er ſagte:„Freut mich, Dich zu ſehen— haſt nur Gutes gethan in Deinem Leben— biſt allerdings bei einem Verein geweſen— haſt aber nie an einem Feſteſſen Theil genommen, haſt auch keine weit⸗ ſchweifigen, überflüſſigen Reden gehalten, warſt immer beſcheiden und haſt darum auch niemals geſungen:
Sein Vaterland muß größer ſein,
— geh' in Frieden, mein Sohn!“
Eine impoſante Geſtalt mit einer Krone auf dem Kopfe, welche nicht anders annahm, als daß die Himmelsthüre für ſie geöffnet ſei, machte ein ſehr verwundertes Geſicht, als der heilige Petrus ſie ihr vor der Naſe zuſchloß mit dem Erſuchen, den An⸗ deren zu folgen.
Wohl hatte der ſelige Oberreviſor bemerkt, daß die, welche ſo abwärts gewieſen wurden, mit kummervollem Blicke und ſeufzend verſchwanden, und das machte auch ihn beſorgt für ſein Schickſal, dem er nicht mehr entgehen konnte. Auch hatte er ſchon lange genug gezögert, ſich vor dem Generalgewaltigen des Himmels zu zeigen, und es war ihm gerade, als hätte derſelbe ſchon einige Male unter den buſchigen Brauen hervor nach ihm hingeſehen, da nahm er ſich denn ein Herz und trat vor den heiligen Mann hin, welcher ihn gerade nicht unfreundlich betrachtete und ihm ſagte, als er eben ſeinen Namen nennen wollte:„Weiß ſchon— weiß ſchon, hatteſt allerdings Einiges im Buche ſtehen, was hätte ab⸗ gebüßt werden müſſen, wollen aber Deine Leiden des geſtrigen Tages in die Wagſchale legen, weil Du ſonſt ein braver Kerl ge⸗ weſen biſt;— es iſt keine Kleinigkeit, ſo aus den Händen eines dieſer v——— Vereine in die des anderen zu fallen und einen langen, lieben Sommertag hindurch das Gedudel und Geſchnatter mit anhören zu müſſen— geh' deßhalb dort rechts hinab, mein Sohn, wir werden uns ſpäter wieder ſehen.“


