Teil eines Werkes 
51. Bd. (1873) Werke
Entstehung
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Reiſeluſt. 231

So geſchah es zum Staunen ſämmtlicher Paſſagiere und zum Erſchrecken des armen Herrn Schmauder, der bei dieſer ſonderbaren Polonaiſe das Beſte that, was er thun konnte, nämlich ſein Auge tiefer zu ſenken auf den Namen jener Anna, deren Liebe ewig zu ſein verſprach.

Pflaumloch! ſagte der Zugmeiſter und ſetzte hinzu, indem er einen Blick auf ſeine Uhr warf,es iſt rein zum Davonlaufen, jetzt haben wir ſchon zwanzig Minuten Verſpätung na, die Bayern werden uns wieder auslachen einſteigen nach Nördlingen und raſch, wenn's gefällig iſt.

Dieſe Worte, obgleich im Allgemeinen geſprochen, waren doch noch ganz beſonders gegen eine dichte Gruppe geputzter Herren und Damen gerichtet, die mit ungemeiner Beweglichkeit in Geberden und Sprachweiſe mit einander und durcheinander ſprachen, wobei faſt Jeder eine Bemertung machte, ohne auf die Antwort deſſen, an den ſie gerichtet war, viel Rückſicht zu nehmen, und die ſich über Alles ganz außerordentlich zu freuen ſchienen.

Einſteigen nach Nördlingen haben wir es doch wohl ver⸗ ſtanden hätten nicht gebraucht ſo zu ſchreien, Herr Kondukteur kommt doch ſo eben erſt der Locomotiv und haben mer doch ſchon faſt den Fuß im Wagen wie kann mer überhaupt ſteigen eher ein ehe angekommen iſt der Zug nun eilt euch! eilt euch! eilt euch!

Wäre es doch ein wahres Unglück für Dich und Sara, wenn mer müßten bleiben hier zurück und kämen nicht zum Anſchluß nach Führt bei Nürnberg.

So plaudernd ſtiegen ſie ein, vergnügt in ſich ſelbſt, vergnügt über ſich ſelbſt, vergnügt über Alles, was ſie umgab und deßhalb mit noch beſonders lachendem Munde und ganz außerordentlich leuchtenden Augen. War es doch ein hochzeitliches Paar, welches die ganze Freundſchaft gen Nördlingen begleitete, und war es doch auch für den unparteiiſchen Zuſchauer ergötzlich und zugleich rührend