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Reiſeluſt. 227
aufbrauſend, mit welchem Rechte Sie ſich in unſere Angelegenheiten miſchen— überhaupt, mit welchem Rechte Sie hier auf unſerer Seite ſitzen, wenn Sie zu den Stinkern gehören?— ja, ich nehme das Wort nicht zurück,“ rief er, ſich umſchauend—„ſo hätten Sie ſich nicht hier bei anſtändigen Leuten niederlaſſen ſollen.“ „ Geſtatten Sie mir, Ihnen zu bemerken,“ hörte man die ſchwache Stimme des Oberreviſors, welche aber im nächſten Augen⸗ blick übertönt wurde von dem von jenſeits kommenden Rufe:„Dieſer unverſchämte Kerl!— ſollte man nicht den Zug halten laſſen und ihn hinauswerfen?“ 3
„Mich hinauswerfen?“ brüllte der mit der gewaltigen Fauſt, indem er ſich raſch erhob, dabei aber durch einen plötzlichen Stoß des Wagens ſo heftig auf den armen Oberreviſor geſchleudert wurde, daß dieſer, einen thätlichen Angriff vermuthend, laut und erbärmlich
um Hlüffe ſchrie.
Auf allen Seiten des Wagens ſprangen Männer mit geballten Fäuſten in die Höhe und wurden kampfbereite Ausrufe hörbar: „Hie Welf!— Hie Waiblingen!“
„Was, Grobheiten ſtatt guter Worte?“
„Was, zu Eurer Stinkerei hin ſollen wir uns noch Unver⸗ ſchämtheiten gefallen laſſen?“
„Hol' euch Alle der Teufel!“
„Wird ihm nicht einfallen— er hat beſſeren Braten genug.“
Schon war jener Augenblick gekommen, wo einige der Erbittert⸗ ſten, ſich ſchroff gegen einander beugend, Auge in Auge wurzeln ließen wie Kampfhähne, während ſich die rückwärts geſtreckten Hände zu Fäuſten ballten— jene ſchwüle Stille vor dem einſchlagenden Blitze, jener Vorläufer geſchwungener Hände und klatſchender Ohr⸗ feigen.
Da öffnete der Zugmeiſter die Thüre des Wagens, durcheilte raſch den Gang, nach beiden Seiten Frieden gebietend, und nach⸗ dem ihm dieſes ſchnell gelungen, denn wir müſſen geſtehen,


