40 Die Spuren eines Romans.
in der That?“ rief Arthur, endlich ſich raſch umwendend,„o wie mich das glücklich macht!“
„Vielleicht bin ich befangen, weil mich das Sujet ſo ganz be⸗ ſonders anſpricht,“ gab ſie zur Antwort,„aber ich ſah nie etwas Gelungeneres in Zeichnung und Kolorit, als dieſes Interieur, nie etwas Lieblicheres, Herzgewinnenderes, als die reizende Kindergruppe, die ſich ſo mit voller Luſt ihrem wilden Rundtanze hingibt. Und das Glück in den Augen der Mutter, ihre vor Seligkeit und vor Stolz ſprühenden Blicke.“
„Finden Sie das wirklich,“—— ſagte er, tief aufathmend
und ſie ſtatt des Bildes betrachtend.„Ah, Ihre eigenen ſchönen Züge gleichen Ihren Worten, und die Wahrheit, welche ich aus Ihren ſchimmernden Augen leſe, könnte mich toll vor Freude machen — ich weiß nicht, wie mir iſt,“ ſagte er mit der Offenheit und Ehrlichkeit der Jugend,„ich finde es in der That, daß je mehr Sie das Bild betrachten, es um ſo mehr in Luſt und Glückſeligkeit auf⸗ leuchtet; vielleicht gelingen mir morgen früh in Erinnerung an dieſen ſchönen Augenblick noch einige gute Striche—— o wenn ich dieſelben machen dürfte, während Sie das Bild betrachten, ſo betrachten!“
Sie erſchrack faſt vor ſeinem flammenden Auge, vor der wilden Glut, womit er dieſe Worte ausſprach. Sie bereute faſt, hierher⸗ gegangen zu ſein und dieſen Regnier ſo verſchieden von dem des Romans gefunden zu haben.
„O es wäre ſchade,“ ſagte ſie darum in ſehr ruhigem Tone, „an dem Bilde das Geringſte zu ändern. Es iſt wirklich entzückend ſchön und ich möchte mich faſt entſchließen, nach dem Preiſe zu fragen, wenn— wenn—“
„Es war ſo gut wie verkauft,“ ſagte achſelzuckend der junge Maler,„aber die Photographie, welche ich einſchicken mußte, hat Alles wieder in Frage geſtellt. Es ſind eben harte Zeiten für uns Künſtler, wenn daher—“ Er hielt betroffen inne, da ſie, ſich ab⸗


