Teil eines Werkes 
50. Bd. (1873) Werke
Entstehung
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Die Spuren eines Romans.

vernahm das junge Mädchen dieſe Worte nicht mehr, da ſie von einem Peitſchenknall übertönt wurden.

„Schellenberger— o nein!“

Wie luſtig und dabei wie ſanft ging es jetzt durch den weichen Sand des duftenden Tannenwaldes; und wie war am Ende deſſelben der Blick ſo ſchön auf einen andern Theil der Stadt; wie raſch kamen ſie abwärts, obgleich die Straße hier viel länger war; da erſchien ſchon das erſte Landhaus, dort links ein anderes, dann rechts wieder eines, und je mehr ſie ſich der Stadt näherten, je mehr war Adelgunde überzeugt, daß dieß derſelbe Weg ſei, auf dem der Maler ſo häufig Abends nach Hauſe zurückkehrte. Ar⸗ thur Regnier— aber um Alles in der Welt nicht Schellenberger!

Da, mit einem Male, ehe es Adelgunde hindern konnte, bog der Wagen von der Straße ab, rollte durch ein breites Garten⸗ thor, welches zwei Steinpfeiler, mit blechernen Aloös verziert, bildeten, und hielt dann, für einen Fiaker ziemlich ſtark parirend vor dem Eingange eines hübſchen kleinen Hauſes.

„Warum halten Sie denn hier,“ rief das junge Mädchen, „zu wem führen Sie mich?“

„Nun, hier wohnt ja der Maler und Photograph Schellen⸗ berger; befahlen Sie mir nicht, dorthin zu fahren?“

„Ganz und gar nicht, denn ich habe den Herrn nie geſehen.“

„O, das thut nichts. Es kommen viele Fremde daher, um ſeine Photographieen anzuſchauen. O, er macht ſehr ſchöne Bilder, und ähnlich—“

War das mehr wie Zufall, daß Adelgunde vor dieſes Haus geführt wurde, von welchem ſie ſich jetzt durch einen raſchen Blick überzeugte, daß es daſſelbe ſei, in dem Arthur Regnier gewohnt, vielleicht noch wohnte, ja, Arthur Regnier, denn der Beſitzer dieſes allerliebſten geſchmackvollen Landhauſes, der Pfleger dieſes reizenden Blumengartens konnte unmöglich Schellenberger heißen— ja, war es Zufall oder war es mehr als das?