Teil eines Werkes 
50. Bd. (1873) Werke
Entstehung
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Die Spuren eines Romans.

ein altes, graues, trotzig vor den neuen Häuſern daſtehendes Stadt⸗ thor, hinter welchem ſeine Pferde von ſelbſt in einen langſamen Schritt verfielen, da es, allerdings auf einer guten Straße, aber mit ziemlich ſtarker Steigung aufwärts ging.

Der Kutſcher ſetzte ſich hier ſeitwärts beqnem auf ſeinen Bock und erklärte der jungen Dame im Wagen Einiges von den Haupt⸗ gebäuden der Stadt, von alten und neuen Kirchen, Bahnhöfen und Kaſernen, wie dieſe bei den verſchiedenen Biegungen der Straße nach und nach vor ihre Blicke traten. Dann erreichten ſie den Tannenwald, wo Adelgunde ausſtieg und ſich auf einen alten be⸗ moosten Baumſtamm ſetzte, um in das liebliche Thal hinabzu⸗ ſchauen, das, von hier aus geſehen, eine reiche Schale mit allerlei hübſchem Kinderſpielwerk angefüllt zu ſein ſchien; kleine Häuschen und kleine Kirchlein, einen Miniaturbahnhof und artige Eiſenbahn⸗ züge, wie ſie die Kinder zur Weihnachtszeit auf dem Tiſche umher⸗ laufen laſſen, dabei aber Alles ſo köſtlich und wunderbar natürlich: die Lokomotiven pfiffen und ſtießen Dampf aus, in den Kirchen läutete es, die Tauſende von Büſchen und Bäumen, welche rings um die Stadt einen grünen Kranz bildeten, hatten nicht nur na⸗ türliche, leicht ſich im Winde bewegende Blätter und Zweige, ſon⸗ dern auch ganz natürliche Blüten, waren auch mit den grauen Straßen der Stadt verwachſen; denn man ſah hier und dort, auf Plätzen und in Gärten, helles Grün aufleuchten zwiſchen den trüben Gebäudemaſſen.

Ach! es war ſehr ſchön hier oben und auch der Kutſcher Heinrich empfand das, denn, den Reſt einer Cigarre rauchend, die er vielleicht von dem letzten Paſſagier erhalten, meinte er:„Was das heuer für Obſt und Moſt geben wird und für Wein, den Schoppen wieder einmal für ſechs Kreuzer— Gott geb's. Und wo fahren wir nun hin?“

Darüber war Adelgunde natürlicherweiſe unſchlüſſig, wenigſtens über den Weg, den ſie von hier aus zu nehmen hatte, denn daß

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