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Fürſt und Kavalier.
tung über ſeine Züge:„an Herrn Maler von Saleck, aufzuſuchen in Warneck.“ „Das iſt die Adreſſe?“ frug er alsdann etwas kleinlaut. „Die ganze Adreſſe ohne Titel und ꝛc. ꝛc., aber ich hoffe, Herr von Felſing, Sie haben zu mir altem, bewährten Freunde einiges Zutrauen— freilich zeigt Ihre Miene das Gegentheil, doch das findet ſich.“
„Und dieſer Maler Saleck?“
„Wird leicht aufzufinden ſein; ſoviel ich mich erinnere, gibt es in Warnech nur einen einzigen faſhionablen Gaſthof, zur Roſe oder Anker, wo Jener wohnen wird, und wo auch Sie wohl einkehren werden.“
„Hm, hm,“ ſagte Herr von Felſing nach einer Pauſe, während welcher er wiederholt, die Adreſſe geleſen zu haben ſchien,„ich ſage Ihnen meinen herzlichſten Dank, Herr Schloßhauptmann, denn von Ihrer Freundlichkeit für mich, ſowie von Ihrer Umſicht bin ich überzeugt, hier einen ganz gewichtigen Empfehlungsbrief zu haben.“
„Mein Wille und der Wunſch, Ihnen zu dienen, iſt der aller⸗ beſte, Herr von Felſing, aber Sie wiſſen, eine mächtige Hand habe ich nicht, ich kann Sie nur empfehlen, und das habe ich ja nach beſten Kxäften gethan. Glänzende Folgen kann dieſe Empfehlung haben, das können Sie mir glauben, ob ſie aber glänzende Folgen hat, dafür müſſen Sie Ihren Glücksſtern, ſowie das günſtige Zu⸗ ſammentreffen von Zeit und Umſtänden verantwortlich machen. Eines hätte ich beinahe vergeſſen: es könnte ſein, daß Herr von Saleck Urſache hätte, unter einem andern Namen in Warneck auf⸗ zutreten; in dem Falle haben Sie nichts zu thun, als ſich bei dem Kellner, am beſten ziemlich laut, nach einem Herrn von Saleck zu erkundigen, der in den nächſten Tagen ankommen ſolle.— Und nun, Herr von Felſing, behüte Sie der Himmel, und erlauben Sie mir, daß ich Sie um eine kleine Gefälligkeit bitte, nämlich mir zu ſchreiben, wie Sie Herrn von Saleck getroffen, wie er Sie auf⸗ genommen, und ob er geneigt ſcheint, etwas für Sie zu thun.“


