250 Der Clu bb für unbegränzte Freiheit.
Augenblick ſtehen; es iſt ein ſchmächtiges Männchen mit einem frommen Geſicht, das ſich aber mühſam den Anſchein gibt, ingrimmig auszu⸗ ſehen, es vergräbt das Kinn in die Halsbinde, ſchiebt den Hut ver⸗ wegen auf ein Ohr: Alſo hieher hat ſich das Bischen übrig gebliebene Freiheit geflüchtet, hier müſſen wahre Vaterlandsfreunde tagen, ver⸗ borgen vor der Welt in einem dürftigen Winkel der Erde! Ach, es iſt ſchauerlich! Darauf ſalutirt er vor dem Portrait Heckers und ſetzt ſich an den Tiſch. Der Andere ſchenkt ihm wenig Aufmerkſamkeit, ſtützt den Kopf auf beide Arme und ſtößt dichte Rauchwolken aus ſeiner Cigarre.—
Eine dritte behäbige Figur ſchiebt ſich jetzt ins Zimmer, trommelt ein paar Takte auf den Ofenſchirm und ſchaut mit einem wohlge⸗ nährten freundlichen Geſichte hinter denſelben:— Guten Abend, Alter, wie geht's?— dann tritt ſie ins Gaſtzimmer und läßt ſich nieder, nachdem ſie dem Hecker pfiffig lächelnd zugewinkt. 8
So erſcheint nach und nach die ganze Geſellſchaft, bunt gemiſcht, aber die Meiſten anſtändig ausſchauend. Viel Bartwerk iſt vorhanden, viele rothe Hahnenfedern und ſchwarz⸗roth⸗goldene Bänder. Der Krug macht den leeren Gläſern tiefe Complimente und bald geht ein leb⸗ haftes Geſpräch durch's Zimmer.
Der Zweite, der vorhin eintrat, die kleine luftige Geſtalt, ein Handſchuhmacher, taucht nun ſein Geſicht ſo erſchrecklich tief in die Halsbinde hinab, daß nur die funkelnden Augen herausſchauen, und deklamirt: Die Freiheit, ſie iſt ein leerer Wahn; worauf der Mann mit der rothen Naſe, der zuerſt eintrat, ingrimmig aufſchaute.
Was iſt ein leerer Wahn? brüllt er. Die Freiheit? Wer wagt zu behaupten, daß die Freiheit ein leerer Wahn iſt?
Ich ſagte: k⸗ ein leerer Wahn, aber Sie wiſſen ja, ich kann das K nicht gut ausſprechen.
Ja ſo, kein leerer Wahn. So ſprechen Sie künftig deutlicher. Aber das iſt der Fluch des Sklaventhums und der Unterdrückung, daß
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