Teil eines Werkes 
26. Bd. (1860) Werke
Entstehung
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Der Clubb für unbegränzte Freiheit. 249

Man wird uns fragen, welche Klaſſe von Menſchen hier zuſammen⸗ kam, ob es ein geheimer Clubb war, ob hier Verſchwörungen angezettelt wurden, ob man hier, verborgen vor den Augen der Polizei, hoch ſpielte, und es wäre eigentlich ſehr intereſſant für uns, wenn wir etwas derartig bejahen könnten und dadurch Hoffnung gäben, daß eine ſchauer⸗ liche Geſchichte hier paſſirt ſei. Leider ſind wir nicht ſo glücklich: Hieher kamen keine Landſtreicher und ſonſtige Vagabunden, keine Diebe oder Mörder, nicht einmal Verſchwörer, es fielen hier wohl zuweilen ſchreckliche Redensarten, aber im Ganzen waren es harmloſe Leute, die hier in der Kneipe zuſammenkamen und von denen die meiſten am andern Morgen in ihren Geſchäften ganz anders ſprachen, wie Abends hinter dem Weinglaſe! 4

Was aber geſchah hier im Dunkel der Nacht?———— Hier verſammelte ſich allabendlich der Clubb für unbegränzte Freiheit. Hier wurde politiſirt: das Wohl Deutſchlands, das Wohl der ganzen Welt berathen. 4

Die Glocke ſchlägt ſieben, ein ſchwerer Tritt in der Hausflur, ein ſchwerer Schlag an den Ofenſchirm, eine tiefe Baßſtimme ſagt:„guten Abend“ und geht in's Wirthszimmer. Es iſt ein großer breitſchulteriger Mann, der eingetreten iſt, auf ſeinem Geſicht liegt ein roſiger Schein, aber nicht der Schimmer der Jugend, eine Röthe, dem Nordlicht ver⸗ gleichbar, deren Centrum die Naſe iſt. Dieß Geſicht iſt eingefaßt mit einem großen Bart, alle Unterabtheilungen dieſes männlichen Schmuckes, Schnauz⸗, Backen⸗, Knebel⸗ und Kinnbart zu einem wirren Ganzen zuſammengewachſen; der Mann ſieht unter ſeinem grauen Hut mit Hahnenfedern ganz fürchterlich aus, er trinkt ein großes Glas Wein auf einen Zug aus, ſtellt ſich vor die Bildniſſe von Robert Blum und Hecker, die an der Wand hängen, einen Augenblick hin, ſeufzt tief

auf; dieſer Seufzer aber klingt wie ein leiſes Brüllen, er murrt etwas von verrathener Freiheit und ſetzt ſich nieder. 8 Nach ihm ſäuſelt eine leichte Geſtalt durch die Flur, berührt ganz

4 leicht den Schirm und bleibt unter der Thür des Gaſtzimmers einen