244 Die erſte Verſammlung deutſcher bildender Künſtler.
hen derſelben eine überraſchende Illumination. Ueberdem waren die edlen Sorten und guten Jahrgänge noch mit Blumengewinden geziert, und in ihrer Nähe hielt ſich der Kellermeiſter mit Gläſern und Heber bereit, um die Proben abzugeben. Es waren köſtliche, rein gehaltene Tropfen, die wir hier in dem Keller der Villa Landy tranken; ich ſage der Wahrheit gemäß Tropfen, denn wer einen rheiniſchen Keller kennt, wird ſich wohl hüten, die Scharlachberger, die Aßmannshäuſer und die Rüdesheimer Hinterhäuſer hier unten glasweiſe zu verſuchen. Was wir denn ſo auch mäßig genoßen, erhöhte die angemeſſene Heiter⸗ keit, und ſo ſchieden wir denn eine Stunde ſpäter froh, heiter, dank⸗ bar geſtimmt von dem gaſtlichen Dache.
Als wir auf dem Rheine gegen Rüdesheim fuhren, blickten wir noch lange zurück nach der Villa Landy; ſie war uns und den Ge⸗ noſſen, eingedenk des geſtrigen Tages, zu einem Glanzpunkt des Feſtes geworden, und ich glaube, jeder von uns, wenn er ſpäter einmal wieder den Rhein hinabfährt, wird die weißen Gebäude und zackigen Mauern aufs freundlichſte grüßen, wenn er ſich Bingen nähert, der lieben Stadt am Rhein, die ihre Thore ſo herzlich geöffnet der erſten Verſammlung deutſcher bildender Küſtler.


