deutſcher bildender Künſtler. 243
ſpült, magiſch rothe Glut ausſtrahlend, die das Waſſer ſpiegelnd zu⸗ rückwarf, glitten die Fahrzeuge hinab. Wirklich prachtvoll ſah es aus, als ſich zahlloſe Pechkränze entzündeten, die unabhängig von den Schiffen auf dem Waſſer ſchwammen, nun vor, hinter und neben den Nachen durch einander loderten. Der heutige Abend war eine wür⸗ dige Beſchließung des dreitägigen Feſtes. Eigentlich müßte man den Ball im Badehauſe als Schluß erwähnen, doch wenn man auch dort ſchöne Frauen und Mädchen in hübſchen Toiletten ſah, ſo war es doch eben nur ein Ball, wie ein anderer auch. Das Feſt der Künſt⸗ ler hatte mit dem Fackelzug geendet, der ſich nach der Ankunft in Bingen noch vor das Rathhaus begab, wo dem Gemeinderathe von Bingen nochmals der beſte Dank der anweſenden Fremden in herzli⸗ chen Worten dargebracht wurde. Abends drückte man den Freunden, die ſich am andern Morgen nach verſchiedenen Richtungen hin zer⸗ ſtreuen würden, zum Abſchiede nochmals die Hand und geſtand ſich dabei, daß das Feſt ein wohlgelungenes geweſen ſei und aus dem erſten glänzenden Anfange auch herrliche Früchte für das allgemeine Beſte deutſcher bildender Künſtler tragen werde.
Wir, die Gäſte der Villa Landy, hatten noch eine kleine Nach⸗ feier, für die ich dem freundlichen Wirthe, ſowie der liebenswürdigen Wirthin noch ein paar Worte des Dankes ſagen muß. Eine Anzahl der Bekannten, welche am frühen Morgen noch nicht abgereist waren, fanden ſich in dem uns ſo wohl bekannten Glashauſe zu einem ge⸗ meinſchaftlichen Frühſtücke zuſammen; wir gedachten nochmals der ver⸗ gangenen Tage, und in den ausgeſprochenen herzlichen Dank miſchte ſich ein kleiner Ton der Wehmuth. Die Stunden der Freude ziehen ſo ſchnell vorüber und das Leben iſt ſo kurz. Um zu guter letzt auch die tiefunterſten Räume des gaſtlichen Hauſes, die uns ſo viel ſchönes geliefert, perſönlich kennen zu lernen, zogen wir, vom Hausherrn ge⸗ führt, in die Keller, die von einer Sauberkeit und Ordnung waren, wie ich nie etwas geſehen; dabei waren ſie heute feſtlich geſchmückt, jedes Faß mit einem Lichte beſteckt, und ſo bildeten die langen Rei⸗


