Zwei Nächte. nar e
Dunkel hinaus, um den Sänger, der jetzt raſchelnd durch das Gras und Geſträuch näher ſchritt, zu entdecken. Zu ihren Füßen lag wahr⸗ ſcheinlich ein großer Hund, denn man vernahm in demſelben Augen⸗ blicke ein paar tiefe knurrende Töne, ein kurz abgebrochenes Gebell; doch ſchien ihm das Mädchen zu wehren, ſie beugte ſich unerſchrocken etwas aus dem Fenſter und rief hinaus:„Wer iſt da?“
„Es iſt ein Fremder,“ gab der junge Offizier zur Antwort,„der ſo eben mit Ertrapoſt hier ankam, und auf friſche Pferde warten
muß. Es war mir,“ ſetzte er galant hinzu, indem er näher trat, „wirklich recht unangenehm, hier ein paar Stunden bleiben zu müſſen; doch wenn die Signora mir erlaubt, eine Weile mit ihr zu plaudern, ſo danke ich dem Zufall, der mich hier feſthielt.“— Während der Graf ſo parlamentirte, ging er als tapferer und umſichtiger Soldat Schritt vor Schritt vorwärts und zeigte ſich bei den letzten Worten dicht am Fenſter in dem hellen Lichtſchein. Das
beſte aller Mittel, denn ein Blick in dieſes ſchöne, offene, jugendlich⸗ friſche Geſicht, dem der kleine blonde Huſarenbart ſo wohl ſtand,
ſie noch die Huſarenuniform erkennen konnte, ſagte ſie lachend: „Aha! der. Herr iſt ein öſterreichiſ Wie war jetzt die ſtille Nacht dem jungen Reiſenden wieder ſo intereſſant geworden, und erſt das Wohnhaus, das er vorhin ingrim⸗ mig angeſchaut! Gab es aber auch etwas Neizenderes, als der Anblick, den er hier vor ſich hatte? War es das Plötzliche und Unerwartete der Erſcheinung, war es der dunkle Rahmen der Nacht, der das Mäd⸗ 1 chen ſo wunderbar hervorhob, genug, er geſtand ſich, nie etwas Schöneres geſehen zu haben. Da lehnte die Kleine an ihrem hohen Stuhl, nothdürftig bekleidet, ein rother Rock umſpannte ihren ſchlanken Leib, die nackten Füße drückten ſich tief in das ſchwarze zottige Fell 1 des großen Hundes, den wir vorhin erwähnten und der fragend auf⸗ 7 blickte, als wolle er ſagen:„Befiehlſt du, daß ich hinausſpringe, und 3
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