Zwei Nächte.
in den Sattel, während die Pferde wie toll zum Thore hinausſtürm⸗ ten;— ein ächter Renommiſt bog er im Galopp in den Corſo der Porta Romana links ab, glücklich, daß die Leute auf der Straße ſeine Verwegenheit anſtaunten, und gleichgültig ob der Anfang der Reiſe bei dieſer Gelegenheit ſchon durch ein zerſchmettertes Rad unter⸗ brochen würde. Doch lief Alles gut ab. Die fünf Freunde ſtanden noch am Thor und winkten herzlich zum Abſchied, um ſich alsdann nach allen Theilen der Stadt zu zerſtreuen, der eine auf den Domplatz, der andere auf den Corſo, jener nach Haus, dieſer in die Scala. Unterdeſſen hatte der Graf die Porta Romana hinter ſich und lehnte ſich behaglich in die Ecke des Wagens. Der Huſar, der auf dem Bocke ſaß, hatte ihm den Mantel um die Füße geſchlungen und
legte jetzt den brennenden Schwamm auf die Meerſchaumpfeife. Wie
ſchmeckte der ungariſche Tabak ſo gut, wie war die Luft ſo würzig und angenehm! mit welchem Entzücken dachte der Reiſende an Rom
und Neapel und geſtand ſich, daß er einer der glücklichſten, keneſbendde,
wertheſten Sterblichen ſei.
So rollte der Wagen auf der ſchönen breiten Chauſſee dahin. 4
Um die Fahrt ganz angenehm zu machen, hatte es den Tag vorher
etwas geregnet, weßhalb unter den Hufen der Pferde und den davon
eilenden Rädern kein Staub aufflog. Der malländiſche Poſtillon, der auf der Station in Lodi mit einem ſehr guten Trinkgeld entlaſſen worden war, hatte den Grafen ſeinem Nachfolger beſtens recommandirt und die Pferde griffen aus, daß es eine Freude war. Der Roſſe⸗ lenker klatſchte mit ſeiner Peitſche, rauchte lange Rattenſchwänze und verſuchte es jeden Augenblick; mit dem Huſaren auf dem Bock eine Converſation anzuknüpfen. Doch war dieſer, ein Ungar, der italieni⸗ ſchen Sprache kaum mächtig genug, um einige wenige Lebensbedürf⸗ niſſe zu verlangen, oder um den Poſtillon unter Verheißung eines bonne mane zum ſchnelleren Fahren anzutreiben, was er denn auch nicht unterließ.
Eeguipagen waren ſie bisher keiner auf der Straße begegnet, aber
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