Teil eines Werkes 
26. Bd. (1860) Werke
Entstehung
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Zwei Nächte.

gefolgt von Tauſenden von Inſekten, welche ſich ſummend auf dem ſcheidenden Strahl der Abendſonne emporſchwangen und dem kühlen, dunklen Schatten entflohen.

Die lebhafte Converſation während des Diners war jetzt bei Kaffee und Cigarren verſtummt, und jeder der ſechs jungen Leute wiegte ſich ſo bequem wie möglich auf ſeinem Stuhle und alle blickten der ſcheidenden Sonne gedankenvoll nach.

Es war eine kurze behagliche Sieſta, ein angenehmes Ausruhen von der gehabten Anſtrengung und dazu läutete vom Dome her die große Glocke und viele kleine der benachbarten Kirchen accompagnirten melodiſch den tiefen Ton.

Die ſechs jungen Offiziere waren von vier verſchiedenen Regi⸗ mentern: zwei davon von einem ungariſchen Huſaren⸗Regiment mit der blauen knappen Atilla waren die Gaſtgeber, und die anderen, ein Dragoner in weiß mit blau, ein Chevauxlegers in dunkelgrün und roth und ein Infanterieoffizier in ganz weißer Uniform die Einge⸗ ladenen. Wem aber das Feſt eigentlich galt, war ein dritter Huſaren⸗ Offizier, der heute Abend im Begriff war, eine Reiſe über Florenz, Rom, an den entzückenden Meerbuſen von Neapel zu machen, der junge Graf S., einer der liebenswürdigſten und eleganteſten Offiziere ſeines Regiments, ein guter Kamerad, tüchtiger Reiter, von unerſchöpf⸗ lich guter Laune, jeden Augenblick bereit, tauſend luſtige Einfälle Preis zu geben, und durch dieſe guten Eigenſchaften l'enfant gaté des ganzen Regiments.

Wenn ich mißgünſtig wäre, ſagte einer der Huſaren,ſo würde ich dich ungeheuer beneiden, Alfons, im Beſitz eines zweimonat⸗ lichen Urlaubs, die gepackte Caleſche vor dem Hauſe, gute Wechſel in der Brieftaſche und nun nach dieſem wirklich famoſen Diner ſich ein⸗ zuſchwingen und beſchauend und verdauend bei dem herrlichen Früh⸗ lingsabend dahin zu rollen es iſt ein beneidenswerthes Loos. eAllerdings! lachte Graf S., indem er ein gefülltes Glas Champagner ſo hoch emporhielt, daß der letzte Sonnen⸗Reflex es ver⸗

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