gingen Amalie und Laura zu B
Familien⸗Concert.
zend geweſen, daß die Störung der Abtheilung II. höchſt bedauerlich ſei, daß man ſich aber im Allgemeinen vortrefflich amuſirt habe. An verſchiedenen Torten und Punſch zum Schluſſe fehlte es auch nicht, und ſo trennte man ſich denn um Mitternacht tziemlich heiter und zu⸗ frieden, wobei ein alter Kanzleirath meinte, man müſſe alles An⸗ genehme in dieſer elenden Welt mühſam erkaufen, aber wenn ſpäter noch ein gutes Souper folge, könne man ſich die Qualen einer muſi⸗ kaliſchen Unterhaltung ſchon gefallen laſſen.»
Vier Perſonen aus der Geſellſchaft aber waren und blieben wäh⸗ rend des größten Theils der darauf folgenden Nacht mißgeſtimmt und unglücklich. Davon fanden, ſich Herr Strammer und Herr Schmelzing noch im Kaffeehauſe zuſammen, aßen und tranken viel, ſprachen wenig, und als ſie nach Hauſe gingen, begegneten ſie dem Doctor A. und ſeinen beiden Töchtern, deren eine von dem glücklichen Kavallerie⸗ Lieutenant geführt wurde. Vielleicht war es ein Glück, daß Herr Strammer in dieſem Augenblick keine Waffen bei ſich führte; wohl dachte er einige Augenblicke an Selbſtmord, verwarf ihn aber hohn⸗ lachend und zähneknirſchend als ein feiges Vergnügen.— Später noch ette; letztere ſang dabei halblaut und klagend jene Stelle der Polonaiſe vor ſich hin, jene ſchreckliche Stelle, bei welcher der Schnarcher des Herrn Schmelzing ihr Spiel und ihr Herz zerriſſen. Amalie öffnete aber noch einen Fenſterflügel, blickte in die Nacht hinaus, das Auge von Weinen getrübt, und lispelte ſtill vor ſich hin:
„Ach wenn— Trotz alle dem, was geſchehen!— du wärſt mein eigen, Wie lieb ſollt'ſt du mir ſein——


