Teil eines Werkes 
25. Bd. (1860) Werke
Entstehung
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Gefährliche Blumenſträuße.

Apropos, wandte ſich der Rittmeiſter an Eugen, der im tiefen Nachdenken daſtand,ich wette Hundert gegen Eins, daß ich meine Wette mit Ihnen gewonnen; Baronin Julie wird den Grafen nicht heirathen, hundert Louisd'or, das iſt keine Kleinigkeit. Aber, beſter Freund, Sie werden ſo gefällig ſein und mir die Art der Zahlung überlaſſen, und Sie würden mich glücklich machen, wenn dies in Leinwand und Farben geſchähe; ſo ein hübſches Porträt von mir, wiſſen Sie zu Pferde vor der Schwadron, auf irgend einen beliebigen Feind einhauend. 6.

Ja, ja, meinte Julius trocken,an einem Schlachttage, der kein Datum hat; thu' ihm den Gefallen. Ich bin überzeugt, er bietet dir eine Wette an, du werdeſt niemals ein ſchöneres Bild malen.

Und die Veranlaſſung dazu! lachte der Rittmeiſter,es iſt das Pendant zu meiner Geſchichte. Ja, es gibt gefährliche Blumen⸗ ſträuße..

Simmliſch iſt das allerdings, ſagte der Vicomte, indem er ſich die Hände rieb.Wenn ich es nur bald irgendwo erzählen kann.

Nach einer gewiſſen Hochzeit bekommſt du die Erlaubniß dazu, ſprach Julius.

Und um den geneigten Leſer nicht länger zu ermüden, wollen

wir nur noch ſagen, daß der General, welcher ſeine Tochter zärtlich liebte und den jungen Künſtler achtete, mehrere Tage vergeblich getobt und gemurrt, und daß in Folge hiervon Eugen von dem großen Bilde keine kleine Copie zu machen brauchte, indem Papa mit komi⸗ ſchem Zorn ausgerufen:Die Mühe mit Leinwand und Farben kann er ſich jetzt ſparen! und daß endlich der Vicomte nach einem halben Jahre wirklich die Erlaubniß erhielt, und nun überall und zwar mit vielen Ausſchmückungen die Geſchichte auch dieſes gefährlichen Blumen⸗ ſtraußes erzählte..

Uebrigens wünſchen wir ähnliche gefährliche Blumenſträuße allen unſern geneigten, liebenswürdigen Leſerinnen.