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Gefährliche Blumenſträuße. 227
haben— bereits auf der See zwiſchen Genua und Neapel geſehen. Es ſeien Engländerinnen, ſagte er, eine intereſſante, noch ſehr hübſche Mutter mit zwei reizenden Töchtern. Das zur Erklärung; jetzt kannſt du fortfahren, Julius.“
„Nein, nein,“ erwiderte dieſer,„in dem Departement biſt du beſſer zu Haus. Ihr kamt, ihr ſaht und ſiegtet, nicht wahr?“
„Kalter Spötter, das weißt du beſſer. Nun denn, der Graf hatte ſich nicht geirrt, angenehmer Weiſe war er den Damen bereits vorgeſtellt worden und konnte uns den gleichen Dienſt erzeigen.“
„Uns?“ fragte die Baronin mit komiſchem Ernſte.
„Nun ja, wir wurden alle aufgeführt,“ verſetzte lachend der Vicomte.„Aber was George anbelangt, meine Gnädige, ſo beſchäf⸗ tigte ihn das blitzende Waſſer mehr als die glänzenden Augen der ſchönen Engländerinnen.“
„Wie wir im Verlauf der Geſchichte erfahren werden,“ ſchaltete Baron von C. ein.
„Wir wurden alſo bekannt,“ erzählte Julius weiter,„Graf Rieden erwies der Lady alle Aufmerkſamkeiten, und wir hatten das Glück, die beiden Miſſes geleiten zu dürfen. Ich ſage: das Glück, denn die Schönheiten einer herrlichen Natur laſſen ſich nur dann recht genießen, wenn man ſich an der Seite eines geiſtreichen und ſchönen weiblichen Weſens befindet. Und beide Eigenſchaften beſaßen die Damen, dabei waren ſie heiter und luſtig, ſie empfanden alles Schöne, das ſie um⸗ gab, und ihre friſchen Lippen ſtrömten über zum Lobe deſſelben.“ „Und wie angenehm klettertet ihr den Berg auf der Seite der
Waſſerfälle hinab, je enger der Weg und je ſteiler er war, um ſo deliciöſer fandet ihr ihn.“ 3 „Natürlich,“ ſagte der Erzähler;„die Damen hatten ſich in unſeren Schutz begeben und waren dankbar für die Sorgfalt, mit der wir ſie die gefährlichen Stellen hinabgeleiteten.“
„Ihr hattet übrigens keine Augen für die Schönheiten dieſes
Weges,“ bemerkte der Hausherr,„aber mir ſteht das heute noch leben⸗
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