50 Ein Geheimniß.
deer That unartig!“
Nal um Verzeihung.“
dieſe ſtille Lebensart, die du jetzt geführt haſt, iſt wahrhaftig an
„Ah, Ferdinand!“ lefder Major aufſpringend.„Du biſt in
„Habe ich etwas geſagt...?“ fragte erſchrocken der Graf.
Nein, du haſt nur laut gedacht. Aber es war ein ſchrecklicher Gedanke! Was kommt dich um Gotteswillen an? Ich beſchwöre dich bei unſerer Freundſchaft, glaube mir, du biſt auf dem beſten Wege, dich und deine arme Frau unglücklich zu machen. Ein ſolcher Gedanke iſt wie ein böſer Geiſt, der aufs gehorſamſte erſcheint, den aber keine Macht der Erde wieder zu bannen im Stande iſt. Wirf ihn weg! wirf ihn weg! Schau in das klare, unſchuldige Auge deiner Frau, küſſe ihre beiden Hände und bitte ſie in deinem Innern tauſend
„ „Ich hatte Unrecht,“ antwortete der Graf nach einem längeren
Scttillſchweigen.„Aber was ich geſagt, ich dachte es wahrhaftig nicht.
Gott ſoll mich in Gnaden bewahren! Du haſt Recht: es war ein böſer Geiſt, der über mich kam. Aber ich habe ihm mein Herz nicht geöffnet, gewiß nicht. Marie hat es gethan— wenn ich auch in Gottes Namen nichts Böſes glauben will, ſo iſt doch Eines wahr— ſie hat ein Geheimniß vor mir.“
Hier entſtand eine längere Pauſe, während welcher jetzt der Major ſeinerſeits kopfſchüttelnd auf und ab ging und der Graf finſter ſinnend 6 an dem Kamin ſtehen blieb. 43
Endlich trat der Major wieder zu Ferdinand, legte beide Hände auf ſeine Schultern und ſagte mit tiefer Stimme:„Lieber Freund, du warſt gezwungen, dich vier Wochen lang in dieſen Zimmern ein⸗ zuſchließen. Du biſt an Bewegung, an friſche Luft gewohnt, und
deinen Grillen ſchuld; du ſiehſt Geſpenſter, die aber verſchwinden werden, ſobald du es nur ernſtlich willſt. Auf, wirf ſie weg, die finſteren Gedanken! Sprich mit deiner Frau ehrlich und aufrichtig, aber um Gottes willen ohne alle Leidenſchaft! Sie ſoll dir mit⸗ 3
theilen, was ihr Herz drückt! bitte ſie darum. Und wenn ſie es auf
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