Teil eines Werkes 
25. Bd. (1860) Werke
Entstehung
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und zittern und ſeufzen. Ach, ſie allein werden zurückgelaſſen, um

Erſtes Kapitel.

Handelt vom Herbſtwetter, von der Unterhaltung nach einem guten Diner und erzählt, wie der Baron nahe daran war, geſteinigt zu werden.

Zu Anfang unſerer kleinen, aber wie immer außerordentlich wah⸗ ren Geſchichte müſſen wir dem geneigten Leſer ſagen, daß es ſpät im Herbſte iſt, ſo um die Mitte Oktober, jene Zeit, wo Berg und Haide, die den ganzen Sommer in einem einfachen, grünen Kleide prangten, nun noch vor dem Winter, ihrem Alter, anfangen recht kokett zu wer⸗ den und ſich mit den hübſcheſten und auffallendſten Farben zu ſchmücken. Die Natur weiß, daß bald ihre Anziehungskraft vorbei iſt, und ſie thut nun alles Mögliche, noch an ſich zu feſſeln. Gelb, Braun, Violet, Roth, Alles ſchimmert durch einander. Der Boden des Waldes iſt mit ſchon vertrockneten Blättern bedeckt, einem bunten Teppich gleich; das Weinlaub zeigt ein gelbes Grün, die Blätter verſchiedener Schling⸗ pflanzen haben ſich in Purpurroth verwandelt, und nur der Epheu iſt ſich gleich geblieben; er umrankt die grauen Mauern mit derſelben Liebe, mit derſelben Treue; er allein ſcheint nichts von dem nahenden Winter zu fühlen, und nur hie und da, wenn der Wind allzu heftig über die Stoppeln jagt, bewegen ſich die kleinen Blätter

Winter zu frieren!