Teil eines Werkes 
17. Bd. (1856) Werke
Entstehung
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Neununddreißigſtes Kapitel.

„O ich weiß, ich weiß das!“ rief gewaltſam ausbrechend der Andere.„Sie blieb einen Tag auf ihrem Zimmer; hier in dieſer Kammer, auf dieſem Bette ſaß ſie, ein Bild des Jammers; und ich ſchlich mich zu ihr herauf, nahm ihre Hand und verſuchte ſie zu tröſten.“

„Ich weiß, ich weiß.“

„Da kam jener ſchreckliche Auftritt: der Sklavenhändler kam hier herauf, und da er mich ſah, übermannte ihn eine eiferſüchtige Wuth und er ſchlug mir mit dem Stocke, den er in der Hand trug, über den Kopf; die Narbe wird nie vergehen. Aber nur Marie iſt Schuld, daß ich ihn damals nicht umgebracht. Ja, ich

hätte ihn doch niedergeworfen, obgleich er feſter auf ſeinen Füßen

ſteht als ich.— Darauf mußte ſie hinunter ziehen in den erſten Stock, und dort blieb ſie ein paar Tage eingeſchloſſen; wir haben ſie Beide nicht mehr geſehen. Es wurde eine Magd angeſchafft, wir beide ſpeisten Mittags und Abends allein, und ich— bekam meinen Abſchied.— Hurrah! das vergnügte Leben fängt an!“

„Aber nach allem dem, was Sie hier erduldet, muß es Ihnen doch im Ganzen angenehm ſein, wenn Sie dieſes Haus verlaſſen können,“ meinte der Lehrling.

„Lieber Freund, Sie ſprechen wie Sie es verſtehen. Glauben Sie denn, daß ich es ohne die gewichtigſten Gründe überhaupt länger als ein paar Tage bei dem Herrn Blaffer ausgehalten hätte? Ach! durch gewiſſe Sachen, deren Mittheilung Ihnen nichts nützen würde, hatte er mich von Anfang an in der Hand; dann erſchien auch Ihre Schweſter, und das war ein ſtarkes Band, welches mich an dieſes Haus kettete; ja, das würde mich an die Hölle feſt⸗ ſchließen, wenn ich am Ende aller Qualen nur den kleinſten Hoff⸗ nungsſtrahl glänzen ſähe.— Aber ſo iſt Alles Nacht,— tiefe, dunkle Nacht,“

„Aber wenn Sie meine Schweſter wirklich ſo gerne haben, wie Sie ſagen, ſo müßte es Sie doch eigentlich freuen, daß ſie nicht