Teil eines Werkes 
17. Bd. (1856) Werke
Entstehung
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Vierundzwanzigſtes Kapitel.

„Aber Sie können mir ja meine Bitten abſchlagen,“ erwiderte er ſo innig und zärtlich als möglich.

„Und wenn ich nun nicht im Stande wäre, Ihnen dieſe Bitte abzuſchlagen?“ ſagte das Mädchen nach einer kleinen Pauſe mit unſicherer Stimme.

„O, dann wäre ich ja doppelt glücklich!“ rief der Baron, in⸗ dem er ſie leidenſchaftlich an ſich drückte und ihre Lippen ſuchte, deren Auffinden ſie ihm gerade nicht beſonders ſchwer machte.— „Doppeltes, ſeliges Glück!—— Hier iſt der Schlüſſel,“ ſagte er nach einer längeren Pauſe;„darf ich nun wiſſen, was er ver⸗ ſchließt?“

„Gewiß, obgleich wir eigentlich viel Lärmen um nichts geſpielt haben. Sie kennen ja unſeren Garten hinter dem Hauſe; am Ende deſſelben befindet ſich ein kleiner Pavillon, von dem eine Thüre auf die Straße führt. Dieſe Thüre nun—“

„Oeffnet dieſer Schlüſſel!“ rief der Baron haſtig.„Ah! meine geliebte Auguſte, jetzt bitte ich Sie doppelt, zehnmal, tauſendmal darum.— Nicht wahr, Sie ſagten ja vorhin, Sie können mir nichts abſchlagen?“

Das Mädchen nickte mit dem Kopfe und reichte ſtillſchweigend den Schlüſſel wieder zurück, den er eifrig ergriff, zu gleicher Zeit aber auch ihre Hand, die er, ſowie den vollen weißen Arm, mit unzähligen heißen Küſſen bedeckte.

In dieſem Augenblicke mußte der Beſuch im Nebenzimmer ent⸗ laſſen worden ſein. Die Präſidentin, eine kluge, verſtändige Frau und gewiß aufs Innigſte beſorgt für das Wohl ihrer einzigen und heirathsfähigen Tochter, huſtete laut und vernehmlich, ehe ſie die Thüre zum Salon öffnete. Gewandt rückte der Baron ſeinen Fau⸗ teuil zurück, ehe die Mutter eintrat, und gewandt griff das junge Mädchen ein plötzlich hingeworfenes Geſprächsthema auf, in das nun die Beiden ſo vertieft ſchienen, daß ſie den Eintritt der Prä⸗ ſidentin gar nicht bemerkten und ſie laut hinaus lachten über die

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