Teil eines Werkes 
16. Bd. (1855) Werke
Entstehung
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Richard und Marie. 229

Richard ließ das Seil los, das er in der Hand hatte, wel⸗ ches nun mit ziemlichem Geräuſch auf den Boden niederpolterte, und die natürliche Folge hievon war, daß die Tänzerin heftig er⸗ ſchrak, ſtehen blieb und ſich umſchaute, wer ihr dieſen Schrecken eingejagt.

Ah! verzeihen Sie, Marie! ſagte der Zimmermann,wenn ich Sie ein wenig erſchreckt, aber ich konnte nicht dafür; als ich Sie kommen ſah, glitt mir das Tau aus der Hand, und da liegt es.

So, ſo, Sie ſind es, Richard? entgegnete das junge Mäd⸗ chen unbefangen.Ich habe wahrhaftig geglaubt, es fiele mir etwas auf den Kopf. Man muß ſich ſehr in Acht nehmen, ſetzte ſie altklug hinzu,denn alle Augenblicke paſſirt hier Etwas, wie der Regiſſeur ſagt.

Ei der Tauſend! verſetzte ſchmunzelnd der Zimmermann, beim Ballet iſt doch lange nichts vorgefallen, denn da geben wir alle doppelt Achtung, das können Sie mir glauben.

Und weßhalb geben Sie beim Ballet doppelt Achtung, Herr Richard? Das wird den meiſten von euch ebenſo gleichgültig ſein, als wenn einmal bei der Oper oder beim Schauſpiel ein Un⸗ glück geſchieht.

Den meiſten freilich, erwiderte Richard, indem er die Hände reibend näher trat,aber mir iſt ganz beſonders daran gelegen, das können Sie mir glauben, Marie. Und wenn Sie auf eine Flugmaſchine müſſen, ſetzte er lächelnd hinzu,da ſchau ich die Drähte ganz beſonders an und habe meine Augen überall. Wehe denen drunten an der Wende, wenn ſie mir nicht genau aufpaſſen! Ja wahrhaftig, ich würfe ihnen einen Gewichtſtein an den Kopf.

Dafür bin ich Ihnen ſehr dankbar, ſagte das Mädchen, die bereitwillig ſtehen geblieben war;es iſt immer angenehm, wenn Jemand da iſt, der ein klein wenig Intereſſe an Einem nimmt, wenn man auf der Bühne iſt..

Nun, ein klein wenig brauchen Sie gerade nicht zu ſagen,