Teil eines Werkes 
16. Bd. (1855) Werke
Entstehung
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42 Viertes Kapitel.

anderswo umgekehrt. Und gerade ſo war es auch hier der Fall. Dafür ergab ſich aber für die jungen hübſchen Mädchen vom Chor auch nicht die geringſte Ausſicht, einen Solotanz zu erhalten; die alte Garde hielt hartnäckig an ihrem Privilegium und nahm keine jungen Rekruten in ihre Reihen auf.

Das Ballet begann wie immer mit einer langen Ouverture; endlich flog der Vorhang empor, das Publikum beklatſchte den Glanz und die Pracht der Dekoration, und die Geſchichte nahm mit einem ſtrahlenden Ballfeſte ihren Anfang. Die Muſik erklang luſtig und herausfordernd, Tänzer und Tänzerinnen wogten lebhaft durcheinander, jetzt in ſcheinbarer Unordnung, aus welcher ſich aber die ſchönſten Figuren entwickelten. Die ganze Bühne war ange⸗ füllt mit buntfarbenen ſeidenen Gewändern, mit Gold⸗ und Sil⸗ berſtickerei, mit fliegenden Schärpen, blitzenden Brillanten und wal⸗ lenden Federn. Vollkommen geblendet war das Auge der Zuſchauer und kam erſt wieder zur Ruhe nach der erſten Scene, nachdem das Balletcorps auf allen Seiten verſchwunden war, nachdem die Klin⸗ gel ertönt, die Dekorationen gewechſelt und das Theater einen Garten bei Mondſcheinbeleuchtung darſtellte, wo er und ſie ſich fanden und verſtanden.

Nach ſo einem großen anſtrengenden Tanze kommen die armen Tänzerinnen gewöhnlich in einer Verfaſſung hinter den Couliſſen an, welche Aehnlichkeit mit der von jungen Rennpferden hat, welche trainirt werden. Die Stärkſten und Ausdauerndſten unter ihnen tanzen von der Bühne ab, um hinter derſelben ſchwer athmend ſtehen zu bleiben; Andere erreichen zur Noth wohl eine Bank oder einen Stuhl, wo ſie ſich niederlaſſen können. Die Schwachen und Unbehülflichen haben aber nicht ſobald die ſchützende Couliſſe er⸗ reicht, als ſie krampfhaft irgend einen Pfahl oder eine Latte faſſen, die Hand an das Herz preſſen, die Stirne irgendwo anſtützen und in Schweiß gebadet allmälig und keuchend ihren Athem an ſich ziehen. Alle aber ſind erſchöpft, und wenn Manche ſogar in dieſem