330 Schuldig!
Kratzer (betrachtet einen Augenblick Müller mit einem Anflug von Mitleiden, für ſich). Einbruch und Diebſtahl noch dazu! Armer unglücklicher Freund! Mußteſt du ſo enden?— Aber für jetzt ſchweigt alle Freundſchaft, ich muß meine Schuldigkeit thun— Müller cträumeriſch). Tauſend Thaler in Gold! In meinem Traume habe ich das Gold glänzen ſehen! 3 (Babett iſt wieder hinausgeeilt.)
Kratzer Lwirft ſich in Poſitur, ſtreicht ſich durch das Haar, zupft ſeine Halsbinde empor. Er geht auf Müller zu, dem er ſcheinbar gerührt beide Hände bietet).
Du weißt, lieber Müller, daß wir Alle unter der unerbittlichen Pflicht des Berufs ſeufzen. Müller. Ja, was willſt du denn ſchon wieder? Kratzer.
Das Geſetz kennt keine Freundſchaft, der Vollſtrecker des Ge⸗ ſetzes cer zeigt auf ſich) ebenſowenig. Ich kann dich nur beklagen, und wenn auf zwanzig Jahre Eiſen du verurtheilt ſein wirſt, werde ich dir ein paar ſtille Thränen nachweinen. f
Müller(faſt weinend). Mir ſcheint, daß hier Alles toll iſt! Babett chereineilend).
Sie kommen ſchon die Treppe herauf. Ach! das Unglück! Der Polizeiſoldat Kramer hat es mir geſagt, die Nachtwächter ha⸗ ben ihn geſehen.
. Frau Bendel. Wen? Ihn? Um Gotteswillen!
Babett. Ja, den unglücklichen Herrn Müller, als er in der Morgen⸗


