Teil eines Werkes 
15. Bd. (1855) Werke
Entstehung
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310 Schuldig! der mit lauter ſchlechten Leuten umgeht, traut Keinem was Gutes zu.— Wo kommſt du denn ſchon ſo früh her?

Kratzer.

Geſchäfte! causes célèbres! ich hatte über einen verwickel⸗ ten Fall nachzudenken, und das trieb mich aus dem Bette und in’s Freie, ein ſchöner, prächtiger Fall, der ſeinen ganzen Mann fordert!

Müller.

So, ein Verbrechen? Erzähle mir das ein Bischen, während ich den Kaffee mache. EEr hott Alles herbei, was dazu nöthig iſt) So etwas Schauderhaftes intereſſirt mich zuweilen.

Kratzer.

Intereſſirt dich wirklich ſo etwas zuweilen? Nun ich kann mir denken, warum dies heute der Fall iſt. Wenn man Nächte durch⸗ ſchwärmt hat, da ſind die Nerven aufgeregt.

Müller.

Schon einmal habe ich dir geſagt, daß ich die Nacht ruhig im Stuhle geſchlafen habe.

Kratzer.

Geh', Heuchler!— Was thut's denn? Unſereins leugnet das nicht, aber du— Ausbund der Tugend, du Heimlichthuer.

Müller. Sage, was du willſt. Kratzer.

Du biſt ein merkwürdiger Kerl; ich kenne dich ſchon ſeit ziem⸗ lich lange und beſitze Menſchenkenntniß. Aber mich ſoll der Teufel holen, wenn ich aus dir ſo recht klug werden kann.

Muüller.

Aus mir?— Wie ſo?

Kratzer.

Weißt du, wir von der Polizei, combiniren, ſtellen uns die kleinſten Handlungen der Menſchen zuſammen; aber wenn