Schuldig! 309
Müller.
Du mußt die gute Frau nicht ſo nennen, ich kann das nicht
leiden. Sie meint es gut mit mir. Kratzer.
Was geht es ſie an, wenn du einmal eine Nacht aus dem Hauſe bleibſt? denn davon war doch die Rede. Es iſt recht, wenn du endlich einmal anfängſt, fidel zu werden.
Müller.
Aber ich will nicht fidel werden!— Ich war die ganze Nacht zu Hauſe.
Kratzer.
Liederliche Fliege! Mir brauchſt du nichts weiß zu machen. Gott! ich finde das ſo begreiflich!
Müller. Es iſt aber nicht begreiflich! Kratzer.
Du biſt noch zu unſchuldig. Wenn man ſo in gewiſſen Ban⸗ den iſt und will den Schein meiden, da wirft man ſein Bett durcheinander, wenn man nach Haus kommt, und zieht den Rock aus. Man muß es ein Bischen glaubwürdig machen.
Müller. Ich habe dort auf dem Stuhl geſchlafen. Kratzer. Meinetwegen. Müller. Ich war ſchon um eilf Uhr zu Haus. 3 Kratzer. Es iſt mir ganz einerlei. Müller.
Geh, du biſt ein hartherziger, ungläubiger Menſch, ich will dir das auch gar nicht übel nehmen. So einer von der Polizei,


