Teil eines Werkes 
15. Bd. (1855) Werke
Entstehung
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Der geheime Agent. 33

Oberſthofmeiſter.

Alle Stellen ſind ja beſetzt.

Graf.

Aber wie beſetzt, mein beſter Oberſthofmeiſter? Der Herr iſt jung, ſeine Diener alt, und ich nähme es Seiner Durchlaucht wahrhaftig nicht übel, wenn es ihm endlich einmal einfiele, heitere Geſichter um ſich zu ſehen.

Oberſthofmeiſter.

Aber das ſind ja entſetzliche Grundſätze! durchaus gegen das Wohl des Staates gerichtet, wie gegen das unſrige. Euer Excel⸗ lenz ſprachen vorhin à cause der Muſik im Park ganz anders.

Graf.

Das waren Staats⸗Geſchäfte, Herr Oberſthofmeiſter, die Hei⸗ ligkeit des Sonntags.

Oberſthofmeiſter.

Und die Heimlichkeit dieſes Agenten?

Graf cwichtigy. Für Sie vielleicht— für mich nicht— Oberſthofmeiſter.

Ah!

(Die Herzogin, nachdem ſie einige Worte mit ihren Damen geſprochen, hat ſich ſehr ſchwach erhoben und winkt dem Oberſthofmeiſter. Dieſer ſieht es nicht, indem er angelegentlich in

die offene Thüre des Kabinets links ſchaute. (Es darf hier eine Pauſe entſtehen.)

Graf Cceiſe.

Aber, beſter Oberſthofmeiſter, Sie ſind ja entſetzlich zerſtreut, Ihre Durchlaucht haben Ihnen ſchon zweimal gewinkt, und einmal gerufen. Auf ſolche Art erhält man ſich nicht bei Hofe.

Oberſthofmeiſter.

Gott! Sie haben recht!(Er tritt mit einem tiefen Bückling zur Herzogin,

welche ihren Arm anf den ſeinigen legt, und mit den Damen und Herren abgeht.) Hackländers Werke. XV. 3