Teil eines Werkes 
15. Bd. (1855) Werke
Entstehung
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Der geheime Agent.

Herzogin.

Par exemple? Herzog.

Einem Geſellſchafter, einem Freunde? Herzogin.

Einem Freunde? Das iſt was Anderes. Herzog.

Sprachen wir nicht von einem Freund, Mama? Meinten Sie nicht auch ſo?

Herzogin.

Nicht ſo ganz! Aber weiter!

4 Herzog.

Meine Bitte iſt alſo: mir zu geſtatten, daß ich dieſen Mann, den ich auf meinen Reiſen lieb gewann, für einige Zeit hieher zu mir nehmen dürfe. Ihrer gütigen Einwilligung im Voraus gewiß, habe ich ihm ſchon vor einigen Tagen geſchrieben und er kann vielleicht ſchon heute hier eintreffen.

Herzogin.

Das überraſcht mich. Ein Fremder an unſerem Hofe, ein Unbekannter, ein Vertrauter, ein Günſtling; man wird es im Lande nicht gerne ſehen, man wird ihn anfeinden und dir dadurch vielleicht vielen Verdruß verurſachen.

Herzog.

Ich habe daran gedacht, Mama, und um dem zu begegnen, wird mein Freund auf das Zurückgezogenſte leben, ſich nur auf den Umgang mit mir beſchränken.

Herzogin.

Aber man muß ihn doch bei Hofe, bei der Geſellſchaft vorſtellen!

Herzog.

Das wird nicht angehen, Mama, er iſt nicht von Familie, haßt das Gewühl der großen Welt, lebt nur ſeinen Studien, mit einem Worte: er iſt ein Menſchenfeind..