Der geheime Agent.
Herzog.
Sie erlauben mir, liebe Mama, Ihnen meine Freude aus⸗ zudrücken, daß ich Sie heute Morgen in ſo erfreulichem Wohlſein finde. Der Morgenſpaziergang hat Sie außerordentlich geſtärkt. Sie ſehen ſo wohl aus, Sie ſprechen ſo lebendig.
Herzogin(plötzlich mit ſchwacher und kranker Stimmed.
O mein Gott! Geſundheit!— nichts als Aufregung, über⸗ ſpannte Nerven! Ich fühle mich ſehr leidend; laß mich nieder⸗ ſitzen.
Herzog cführt ſie zu einem Fauteuil).
Chère maman, Sie arbeiten zu viel, Sie ſtrengen ſich über⸗ mäßig an, das kann auf die Länge unmöglich ſo fortgehen. In der That, Sie müſſen ſich mehr ſchonen.
Herzogin.
O mein Sohn, dieſe Arbeit iſt mir ſüß, denn ich arbeite für
dich, indem ich für das Wohl des Landes arbeite. Herzog.
Aber die vielen unangenehmen Geſchäfte, Mama! Sie ſollten das mir überlaſſen; Ihre zarte Geſundheit kann dergleichen im⸗ merwährende fatiguante Scenen nicht ertragen.
Herzogin.
Gerade die unangenehmen Dinge nöchte ich dir erſparen. Ich will ganz für dich einſtehen und trifft irgend ein Vorwurf die Regierung, ſo ſoll er mich treffen.— Aber in der That, ich bin ſehr leidend. Das Sprechen greift mich an und doch hatte ich mir vorgenommen, heute noch etwas Wichtiges mit dir zu reden.
Herzog.
Da treffen wir uns glücklich auf demſelben Wege, chère ma- man. Auch ich möchte Ihnen etwas anvertrauen, Sie um etwas bitten.


