Teil eines Werkes 
15. Bd. (1855) Werke
Entstehung
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Der geheime Agent.

Herzog Luſtig. Man hat am letzten Sonntage vor der Eremitage getanzt. Graf. Leider, Euer Durchlaucht, leider! Herzog. Vor der Eremitage und am Sonntag! Graf. Leider, gnädigſter Herr!(Wirft, während der Herzog umſchaut, den Collegen einen heftigen aufmunternden Blick zu.)

Die Näthe(murmelnd).. Leider! Herzog Caufathmendd.

Ah, auch Sie, meine Herren, ſehen hierin ein Ereigniß. Auch Sie finden, daß ich etwas gethan, was Sie mit Entſetzen erfüllen muß. Beruhigen Sie ſich, meine Herren, dieſe Angelegenheit be⸗ trifft mich ganz allein, und ich will ſie auch allein verantworten. Sie ſind die Räthe meiner Mutter, des Staates, meine Räthe, und ſomit die Lenker aller Geſchäfte. Begnügen Sie ſich damit, und laſſen Sie mir in meinem Reiche einen kleinen, leider einge⸗ zäunten Winkel, in dem ich mir einbilden kann, unumſchränkter Herr zu ſein. Was das Wohl des Staates betrifft, ſollen Sie und meine durchlauchtige Frau Mutter unumſchränkt ſchalten und wal⸗ ten, was aber andere Dinge anbelangt, die mein Gewiſſen allein beſchweren könnten, ſo laſſen Sie mich dies auch mit mir ſelbſt ausmachen. Laſſen Sie mir dieſe kleine Freiheit, dieſe geringe Verantwortlichkeit! anit einer Handbewegund Guten Morgen, meine Herren!

(Die Räthe ziehen ſich mit tiefem Bückling bis zur Thüre zurück.) Unerträglich! Das ſoll, das wird anders werden!