Teil eines Werkes 
15. Bd. (1855) Werke
Entstehung
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Der geheime Agent.

4 Herzog. Alſo doch? Was iſt's denn? Ohne Unſchweife, laſſen Sie hören! Graf. Euer Durchlaucht geruhten zu befehlen, daß die Gärten Höchſt⸗ ihres Schloſſes Herzog.

Was ich in Betreff meiner Gärten zu befehlen geruhte, wird, glaube ich, Niemand ſonderlich kümmern, denn ich geruhte nur über die Gärten zu befehlen, welche zu meinem kleinen Privatſchloß vor den Thoren unſerer Reſidenz gehören. Wünſchen Sie auch Befehle dieſer Art im Voraus zu controliren? Ich will nicht hof⸗ fen, Herr Graf.

Graf. Ich? Wollen mich Euer Durchlaucht um Gotteswillen nicht mißverſtehen! Aber Ihre durchlauchtige Frau Mutter findet

Herzog.

Was? Ach ja, ich erinnere mich! Man findet es wohl unpaſſend, daß ich die Gärten meines Schloſſes, die ehedem ſtreng abgeſperrt waren, für Jedermann geöffnet habe. Man findet es unpaſſend, daß ich mich dort häufig im Kreiſe vergnügter Menſchen zeige, daß ich dort an Sonntagen die Muſik meines Leibregiments ſpielen laſſe!

Graf.

Ich bekenne es, Euer Durchlaucht; namentlich das Letztere hat das leidende Gemüth Ihrer durchlauchtigen Frau Mutter mit eini⸗ gem Schmerz erfüllt. Euer Durchlaucht erinnern ſich, wie ſehr von jeher darauf gehalten wurde, daß der Sabbath in feierlicher Stille begangen und nicht durch rauſchende Vergnügungen ſowohl vom

Allerhöchſten Hofe, als von Hochdero Unterthanen geſtört und ent⸗ weiht würde.